Wurde Frau als Sexsklavin gehalten?

40 Mal jeden Tag interveniert die Polizei wegen Fällen von häuslicher Gewalt (Symbolbild).
40 Mal jeden Tag interveniert die Polizei wegen Fällen von häuslicher Gewalt (Symbolbild). © KEYSTONE/Luis Berg
Schwere Vorwürfe einer 44-Jährigen: Ein Bekannter soll sie in Aadorf zwei Monate lang eingesperrt, vergewaltigt und misshandelt haben. Der Angeschuldigte ist auf freiem Fuss. Die Thurgauer Staatsanwaltschaft ermittelt.

“Ich wurde in meiner eigenen Wohnung als Sexsklavin gehalten”, sagt die 44-Jährige laut “20 Minuten”. Ihr mutmasslicher Peiniger: Ein Bekannter, den sie in einer Pizzeria in der Nähe kennengelernt hat. Nachdem sie ihn in ihre Wohnung gelassen habe, habe er sie gegen ihren Willen festgehalten und ihr jeglichen Kontakt zur Aussenwelt verboten.

Freund aus Deutschland befreit Opfer

Weil die gelernte Pflegefachfrau seit längerer Zeit krank geschrieben war, wurde sie bei der Arbeit nicht vermisst. Ihr Martyrium endete erst, als ein Freund aus Deutschland auf Besuch kam und sie aus ihrer Lage befreite. Er verschaffte sich gewaltsam Zugang zur Wohnung. “Der Mann prügelte auf sie ein und wollte nicht mehr von ihr ablassen”, sagt der Befreier gegenüber “20 Minuten”. Er hat die Polizei verständigt. “Ausser einer Wegweisung von ein paar Tagen ist aber nichts geschehen.”

Gebrochene Rippen und Schädelhirntrauma

Im Spital Thurgau seien bei der Frau zwei gebrochene Rippen, ein mildes Schädelhirntrauma und Schürfungen diagnostiziert worden. Die Frau hat daraufhin eine Strafanzeige eingereicht.

“Es ist ein Verfahren eröffnet worden”, sagt Hans-Ruedi Graf, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Frauenfeld, laut “20 Minuten”. Da kein Haftgrund vorliege, sei der mutmassliche Täter auf freiem Fuss. Es gelte die Unschuldsvermutung. Die Kantonspolizei Thurgau bestätigt einen Einsatz wegen häuslicher Gewalt am 27. Juli.

“Der Sex war einvernehmlich”

Der Beschuldigte beteuert seine Unschuld. Er habe bei der Frau gewohnt, weil sie ihn darum gebeten habe. “Wir hatten Sex, aber in gegenseitigem Einvernehmen.” Ausserdem sei er nicht zwei Monate, sondern zwei Wochen in der Wohnung gewesen. Er räumt aber ein, dass die Polizei am 27. Juli kam. An diesen Abend erinnere er sich nicht mehr genau. “Ich war ziemlich betrunken.” Er wolle nun in sein Heimatland zurück – für unbestimmte Zeit.

(cas)

 


Newsletter abonnieren
2Kommentare
noch 1000 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel