Young Boys werden kleinere Brötchen backen

Young Boys werden kleinere Brötchen backen
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Am Tag nach der Bekanntgabe der Trennung von Fredy Bickel und Alain Kappeler ist in Bern als Quintessenz herauszuhören, dass YB künftig mit weniger Mitteln und kleineren Ansprüchen haushalten wird.

Die YB-Verwaltungsräte Hanspeter Kienberger (Präsident) und Peter Marthaler erläuterten mit einem Tag Verspätung im Stade de Suisse die Hintergründe der personellen Veränderungen in der traditionsreichen und ambitionierten Berner Fussballorganisation.

Beide Exponenten kamen immer wieder auf die gleichen Absichten und Zielsetzungen zu sprechen: schwarze Zahlen schreiben, nicht mehr Geld ausgeben als einnehmen, aus der heutigen Situation das Beste machen, mit ausgeglichenen Zahlen überlebensfähig bleiben, wenn immer möglich mit jungen Spielern aus der Region arbeiten. Und: Die Young Boys müssen sich selber finanzieren, damit sie nicht irgendwann im finanziellen Bereich die Rote Karte gezeigt bekommen.

Peter Marthaler zeigte anhand eines Beispiels auf, dass die finanzielle Eigenständigkeit schwierig werden könnte. Letzten Frühling legte die Mannschaft eine hervorragende Rückrunde hin, holte mehr Punkte als Basel. Dennoch schlugen sich die Leistungen nicht in höheren Zuschauerzahlen nieder. Diese waren sogar leicht rückläufig.

Die Frage, ob YB das Rennen mit dem dauernd überlegenen und erfolgreicheren FC Basel mit der neuen Ausrichtung endgültig aufgebe, beantwortete Hanspeter Kienberger mit aller Unverbindlichkeit: «Das kann man so nicht sagen.»

Der Nachfolger von Sportchef Fredy Bickel ist gewählt, aber öffentlich noch nicht bekannt. Es müssten noch arbeitsrechtliche Abklärungen getroffen werden, sagten die Verwaltungsräte. Dies könnte darauf hindeuten, dass der neue Sportchef aus dem Ausland verpflichtet worden ist. Bekannt ist nur, dass der neue Mann die Bezeichnung «Leiter Sport» tragen wird.

Marthaler ging auch auf den Tag der Trennung von Bickel und CEO Kappeler ein. «Es war keine Kampfscheidung», sagte er. «Es war eine Trennung in Respekt und Anstand.» Gefragt, ob der Zeitpunkt für den einschneidenden Wechsel kurz vor dem Europa-League-Heimspiel gegen Olympiakos Piräus der richtige gewesen sei, sagte Marthaler: «Ein solcher Zeitpunkt ist immer falsch.» Er bemühte noch weitere allgemeine Erkenntnisse: «Die Welt dreht sich schnell. Der Fussball ist keine exakte Wissenschaft.»

(SDA)


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