Zahlen und Fakten zur aktuellen Grippe

Gegen die anhaltende Grippewelle nützt die Grippe-Impfung nichts. (Symbolbild)
Gegen die anhaltende Grippewelle nützt die Grippe-Impfung nichts. (Symbolbild) © iStock
Die Grippewelle erwischt immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene und begräbt sie unter einem Taschentuchberg und Unmengen von NeoCitran. Leider kann man gegen die aktuelle, hartnäckige Grippe aber gar nicht viel mehr tun, als abzuwarten. Die Anzahl Grippefälle ist immer noch steigend.

Influenza B

So nennt sich das aktuelle Grippevirus. Es beschreibt einen der drei für die Menschen relevanten Virustypen (A,B und C). Die Influenza B ist zusammen mit der Influenza A zuständig für die jährlichen Grippewellen in den Wintermonaten. Im Vergleich zur Influenza A löst die B-Variante nur selten Epidemien aus. Dieses Jahr könnte eine Ausnahme sein.

329 Grippefälle in einer Woche

In der erste Januarwoche wurde bei Schweizer Hausärzten und Hausärztinnen 329 Mal der Verdacht auf die Grippe «Influenza» gemacht, schreibt das Schweizer Sentinella Meldesystem, welches Infektionskrankheiten erfasst. Die Zahl der Verdachtsfälle ist in den letzten vier Wochen kontinuierlich gestiegen. Waren es Mitte Dezember noch knapp über 100 Fälle pro Woche, hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht. Ob der Höhepunkt bereits erreicht ist, ist laut Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit schwierig zu sagen: «Wir erwarten in einer, maximal zwei Wochen einen Rückgang. Alles andere wäre mehr als aussergewöhnlich», sagte er im SRF.

Die Zahl der Grippefälle hat in der ersten Woche des Jahres zugenommen.

Die Zahl der Grippefälle hat in der ersten Woche des Jahres zugenommen. (Grafik: BAG)

Kinder und Frauen besonders betroffen

Wie gefährlich das Virus ist, kann das Bundesamt für Gesundheit noch nicht sagen. Betroffen seien vor allem Ein- bis Vierjährige. Auch junge Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren hätten ziemlich aufgeholt und seien am zweitstärksten betroffen. Es gibt auch Unterschiede was das Geschlecht anbelangt. So gab es in diesem Jahr bereits deutlich mehr Fälle von Frauen, die sich mit dem Virus angesteckt haben.

Symptome

  • rasch ansteigendes Fieber bei plötzlichem Krankheitsbeginn
  • starke Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen
  • trockener Reizhusten
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall

Grippeimpfung nützt nichts

Jetzt noch eine Impfung zu machen, bringt nichts mehr. Dafür ist es zu spät. Und wenn schon: Die Impfung kann gegen die aktuelle Grippe nicht immer ankommen. Schon seit Beginn der Welle sagt das BAG klar, dass nur mit dem Vierfach-Impfstoff Behandelte, optimal geschützt sind. Mit diesem Impfstoff seien aber nur rund die Hälfte der Grippe-Impfungen durchgeführt worden. Dementsprechend ist mindestens die Hälfte der Geimpften gegen das Virus nicht geschützt.

Wie kann man einer Grippe vorbeugen?

1. Händewaschen: 80 Prozent aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen. Gründliches Händewaschen senkt die Anzahl an Keimen auf den Händen auf bis zu einen Tausendstel. Und gründlich bedeutet natürlich MIT Seife.

2. Abstand halten: Influenza-Viren können auch durch Niesen, Husten, Sprechen oder Küssen übertragen werden. Deshalb immer ungefähr eine Armlänge von anderen Menschen Abstand halten. Das reduziert das Infektionsrisiko.

3. Nicht rauchen: Das Rauchen schwächt das Immunsystem, genauso wie zu viel Alkohol und zu wenig Schlaf. Weniger als sieben Stunden Schlaf erhöhen das Erkältungsrisiko.

4. Küssen verboten: Wer eine Grippe hat, ist einen Tag vor Beginn der ersten Symptome ansteckend und auch mehrere Tage nach den letzten Symptomen noch. Wer nicht angesteckt werden will, muss also eine Weile auf das Knutschen verzichten.

5. Weniger Stress: Stress ist schlecht für unsere Abwehrkräfte und schwächt das Immunsystem. Wenn möglich, zu dieser Jahreszeit Stress vermeiden und ihn auf den Sommer verschieben.

Was tun, wenn man die Grippe schon hat?

Obwohl der aktuelle Virus sehr aggressiv und lang anhaltend ist, kann man zumindest versuchen die Symptome einzudämmen. Dazu gibt es einige Hausmitteli:

Essigsöckli: Einfach Tuch in warmes Wasser mit einem Schuss Essig tunken und um die Beine und Zehen des Kränkelnden wickeln.

Zwiebel neben das Bett: Die aufgeschnittene Zwiebel neben dem Bett soll den Schleim in der Nase lösen.

Warmes Bier trinken: «In Bayern, da trinkt man am Abend ein warmes Bier. Wer Bier gerne mag, der weiss, dass warmes Bier total grässlich schmeckt», sagt FM1-Hörer Olaf aus Arbon. Er ist selbst Bayer. «Danach wickelt man sich in eine warme Decke, schwitzt wie blöd und am nächsten Morgen ist man dafür wieder fit», meint Olaf.

Kartoffelwickel für den Hals und die Brust: In einem Tuch um den Hals gewickelt oder auf die Brust gelegt hilft ein Kartoffelwickel gegen Schluckweh oder schmerzende Bronchen. Für Erwachsene sollte man sechs bis sieben Kartoffeln kochen und diese dann in einem Tuch zerdrücken. Gegen Ohrenschmerzen hilft eine gekochte Kartoffel auch: eine heisse Kartoffel in ein dünnes Tuch wickeln und dieses dann auf die schmerzenden Ohren drücken.

Hier gibt es weitere Hausmitteli-Tipps. Und falls das alles nichts nützt, schaut euch doch einfach eine dieser Serien an, dann geht wenigstens die Zeit im Bett ein bisschen schneller vorbei.

(abl)


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