Zamorano denkt über Comeback in St.Gallen nach

Ivan Zamorano im Jahr 2004 in Aktion beim Spiel der Legenden anlässlich des 125-Jahr-Jubiläum des FCSG.
Ivan Zamorano im Jahr 2004 in Aktion beim Spiel der Legenden anlässlich des 125-Jahr-Jubiläum des FCSG. © FOTO: RAINER BOLLIGER,
Er ist FC St.Gallen-Legende und gehörte in den 90er-Jahren zu den besten Fussballern der Welt. Ivan Zamorano hat gut Erinnerungen an St.Gallen, obwohl der Start damals schwierig war. In Santiago de Chile sprach er über seine Karriere und ein mögliche Rückkehr nach St.Gallen

Ivan Zamorano würde am liebsten einmal Trainer von Chile sein. Die nötigen Diplome dazu hätte er. Er könnte sich auch eine Trainerkarriere in Europa vorstellen. “Warum nicht in der Schweiz? Warum nicht in St. Gallen? Meine Frau und meine Kinder würden mich auf jeden Fall begleiten”, sagt Zamorano und fügt an: “Wenn es eine Möglichkeit gibt und alles passt, werden wir sie ergreifen.”

17 Tore für den FCSG

25 Jahre sind vergangen als Zamorano den FC St.Gallen in Richtung Sevilla verliess. „Ich weinte, als ich von St.Gallen nach Sevilla ging, weil mir vieles ans Herz gewachsen war”, sagt Zamorano gegenüber dem St.Galler Tagblatt  . “Ich werde den Menschen beim FCSG immer dankbar sein. Im Rückblick war es das Trampolin für meine internationale Karriere.”

Zamorano schlug in St.Gallen ein wie eine Bombe. Er wurde Publikumsliebling und war mitverantwortlich für den goldenen Herbst 1989, als der FC St.Gallen Wintermeister wurde. Der damals 22-jährige Stürmer traf für den FC St.Gallen in 22 Spielen 17 Mal.

Unerwartete Karriere

Als Jugendlicher glaubte Zamorano nicht daran, dass er den grossen Durchbruch je schaffen würde. “Ich spielte Fussball, weil ich Spass daran hatte. Ich wuchs in La Legua, einem bescheidenen Viertel von Santiago auf. Wir spielten endlos auf der Strasse”, sagt Zamorano.  Sein Vater und sein Onkel hätten aber immer an ihn geglaubt. “Aber dass ich eines Tages bei Real oder bei Inter spielen und Captain der chilenischen Nationalmannschaft sein würde, übertraf sämtliche Träume.”

In Chile hat der Fussballrentner die Ciudad Deportiva Ivan Zamorano gegründet und über zehn Millionen Franken investiert. Im Sportzentrum will er weitergeben, was ihm der Fussball gegeben hat. Er trainiert selbst Junioren und möchte ihnen Teamgeist, Überwindung, Disziplin und Grossherzigkeit beibringen. “Wer diese Werte lebt, hat die Möglichkeit, Grosses zu erreichen, nicht nur im Sport. Ich finde, der Sport müsste darum nicht nur in Chile auch als wichtiger Ausweg aus Armut, Drogen oder Kriminalität betrachtet werden.”

Schwierige Jugend

Auch Zamorano hatte es nicht immer einfach. Sein Eltern mussten hart arbeiten, um die Familie zu ernähren und die Kinder in die Schule schicken zu können. Als Ivan Zamorano 13 war, starb sein Vater. Das veränderte alles. Er war nun der einzige Mann im Haushalt. “Ich trug auf einmal sehr viel Verantwortung und fand mich auch in einer Art Vaterrolle für meine kleinere Schwester wieder.”

Noch heute pflegt Zamorano eine spezielle Beziehung zu seiner Schwester. “Sie hat 1992 genau an dem Tag geheiratet, an dem mich mein Berater anrief und mir sagte, dass ich in nun Spieler von Real Madrid sein würde. Das war ein unglaublicher Tag, den ich nie vergessen werde.” Die Familie sei immer sehr wichtig gewesen.

Von 1992 bis 1996 spielte Zamorano bei Real Madrid. In 137 Spielen erzielte er 77 Tore. Der Fussball habe sich stark verändert gegenüber früher. Der Fussball sei physischer geworden. “Die Spieler werden körperlich immer fitter. Natürlich ist auch alles kommerzieller geworden”, ist Zamorano überzeugt.


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