Zehn Franken für verlorenes Spielzeug

In einem Churer Stadtbus verlor der kleine Frederik sein geliebtes Spielzeug. (Symbolbild)
In einem Churer Stadtbus verlor der kleine Frederik sein geliebtes Spielzeug. (Symbolbild) © Keystone/Arno Balzarini
Ein Dreijähriger verlor im Churer Stadtbus sein Spielzeug. Er erhielt es zwar zurück, allerdings verlangte das Transportunternehmen dafür zehn Franken. Die Mutter des Buben ist sauer.

Während einer Fahrt im Stadtbus von Chur verlor der dreijährige Frederik seinen Spielzeug-Bohrer. Ein Passagier fand diesen und brachte ihn ins Fundbüro des Transportunternehmens. Frederiks Mutter musste, um den Bohrer wieder zu erhalten, einen Betrag von zehn Franken bezahlen – dank Halbtax-Abonnement.

«Ich war so richtig traurig»

Eine Frechheit, wie sie in einem in der «Südostschweiz» veröffentlichten Leserbrief schildert: «Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf – aber nicht den Stadtbus von Chur!» Für den Preis von zehn Franken hätte sie ihrem Sohn auch einen neuen Bohrer kaufen können. Dies sei deshalb nicht in Frage gekommen, weil Frederik den Spielzeug-Werkzeuggürtel im Sommer zu seinem Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Die Mutter beschreibt die Gedanken ihres Sohnes: «Ich war so richtig traurig.»

Stadtbus überdenkt Praxis

Laut der Stadtbus Chur AG sind die Kosten gerechtfertigt: «Der Aufwand in Zusammenhang mit Fundgegenständen ist für unser Unternehmen erheblich», lässt sich Mediensprecherin Andrea Wuchner von der «Südostschweiz» zitieren. Der Churer Stadtbus hat dieses Jahr die Praxis der grossen Transportunternehmen übernommen, wie Wuchner erklärt. Die Bearbeitungsgebühren betragen demnach fünf Franken für Stadtbus-Abonnenten, zehn Franken für SBB-, RhB- oder Postauto-Kunden und 15 Franken für Personen ohne Abo.

Der Fall des kleinen Frederik, der im Bus seinen Bohrer verlor, kann nun allerdings etwas bewegen: Wie Abklärungen von «Blick» ergeben haben, will die Stadtbus Chur AG in Zukunft keine Gebühren mehr für verlorene Gegenstände mit einem Warenwert unter 20 Franken verlangen.

(lag)


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