Zehntausende Basken demonstrieren für Verlegung von ETA-Häftlingen

Angehörige und Unterstützer von verurteilten ETA-Mitgliedern fordern bei einer Demonstration im französischen Bayonne die Verlegung der Häftlinge ins Baskenland.
Angehörige und Unterstützer von verurteilten ETA-Mitgliedern fordern bei einer Demonstration im französischen Bayonne die Verlegung der Häftlinge ins Baskenland. © KEYSTONE/AP/BOB EDME
Zehntausende Menschen haben am Samstag in Spanien und Frankreich für eine Verlegung von inhaftierten ETA-Mitgliedern ins Baskenland demonstriert. An einem Protestmarsch im nordspanischen Bilbao beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter mehr als 70’000 Menschen.

In Sprechchören forderten sie eine Verlegung aller Häftlinge ins Baskenland. Angehörige der Häftlinge führten den Protestzug an. In französischen Bayonne gingen nach Angaben der Veranstalter 10’000 Menschen auf die Strasse, die Polizei sprach von 7500 Demonstranten.

Die Kundgebungen richtete sich gegen die Aufteilung der inhaftierten ETA-Mitglieder auf dutzende Haftanstalten in Spanien und Frankreich. Derzeit sitzen noch mehr als 400 Häftlinge in 73 Gefängnissen. Die Verlegung sämtlicher Häftlinge ins Baskenland ist eine langjährige Hauptforderung der ETA, die vor vier Jahren die Abkehr von der Gewalt verkündet hatte.

“Nur wenn die Folgen des Konfliktes beendet werden, wird auch der Konflikt zu Ende gehen. Die Rechte der Inhaftierten werden weiter verletzt”, sagte Joseba Azkarraga, ein Sprecher der Organisatoren. Auch kranke “Etarras” würden hinter Gittern gehalten, meinten die Demonstranten, die auf Plakaten unter anderem “Frieden” forderten.

Auch die im Baskenland regierende PNV, die konservative, aber ebenfalls separatistisch orientierte Baskische Nationalistische Partei, fordert ein Ende der “Zerstreuungspolitik”. Vertreter der Regionalregierung nahmen allerdings nicht an dem Protest teil.

Die 1959 gegründete ETA wird für den Tod von mehr als 820 Menschen während ihres bewaffneten Kampfes für ein unabhängiges Baskenland im Norden Spaniens und im Südwesten Frankreichs verantwortlich gemacht. Im Oktober 2011 verkündete die Untergrundorganisation das “endgültige Ende bewaffneter Aktivitäten”. Sie kam bislang aber nicht der Forderung der spanischen und der französischen Regierung nach, sich offiziell aufzulösen und die Waffen an die Behörden zu übergeben.

(SDA)


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