Zeigt Jörg jetzt seinen Stiel?

Von Stephanie Martina
Jörg Stiel spielt im Film «Flitzer» den Torhüter des FC Badens
Jörg Stiel spielt im Film «Flitzer» den Torhüter des FC Badens © Frenetic Films
Jahrelang stand Jörg Stiel im Tor des FC St.Gallen – nun steht er in der Schweizer Komödie «Flitzer» vor der Kamera. Im Interview verrät er, ob auch er füdliblutt übers Spielfeld flitzen wird.

Die Film-Besetzung klingt wie die Gästeliste einer Sport-Gala: Ex-Fussballtrainer Gilbert Gress, Moderator Rainer Maria Salzgeber, FCZ-Präsident Ancillo Canepa, Sportkommentator Beni Thurnheer und Schwingerkönig Christian Stucki. Unter den prominenten Schauspielern ist auch einer, der jahrelang für den FC St.Gallen im Tor stand und mit dem Club im Jahr 2000 den Meistertitel feiern durfte: Jörg Stiel.

Herr Stiel, im Film «Flitzer» wird nackt über das Spielfeld zu flitzen zum Wettsport. Werden Sie auch füdliblutt über den Platz rennen?
Ich glaube, das ist die allgemeine Befürchtung, dass ich über den Rasen flitzen könnte. (lacht) Aber da kann ich alle beruhigen: Ich behalte meine Kleider an. Ich glaube, ich hätte auch Mühe gehabt, einen Flitzer zu spielen. Ich war in meiner ganzen Karriere nie ohne Kleider auf dem Feld. Diesen Part überlasse ich lieber anderen, wie etwa Beat Schlatter.

Sie spielen im Film sich selbst, stehen aber nicht für den FC St.Gallen im Tor. Für welchen Club halten Sie den Kasten rein?
Für den FC Baden, weil die Geschichte in Baden spielt. Speziell daran ist, dass ich ursprünglich aus Baden komme und auch dort meine Fussballkarriere als E-Junior begonnen habe. Mit diesem Film schliesst sich sozusagen ein Kreis für mich.

Wie sind Sie zu dieser Rolle gekommen?
Beat Schlatter hat mich angefragt. Meine erste Reaktion war: Oh nein, das ist nichts für mich. Doch Beat liess nicht locker und meinte, er würde mir mal das Skript zukommen lassen. Ich habe mir das dann genau durchgelesen und meine Meinung daraufhin geändert, weil ich es unglaublich lustig fand. Und plötzlich reizte mich auch die Vorstellung, bei einem Kinofilm mitzuwirken. Aber es wird mein erster, letzter und einziger Filmauftritt bleiben.

Weshalb?
Zum einen denke ich nicht, dass meine schauspielerischen Fähigkeiten ausreichen, um in diesem Business Fuss zu fassen. Zum anderen braucht es vermutlich nicht allzu häufig einen Goalie in einem Film. Es hat Spass gemacht, mich als Schauspieler zu versuchen, aber es wird ziemlich sicher einmalig bleiben.

Womit hatten Sie während der Dreharbeiten am meisten Mühe?
Ich kam mir etwas seltsam vor, wenn ich zwölf bis 14 Mal dieselbe Szene spielen und immer wieder denselben Text wiederholen musste. Irgendwann beginnt man zu überlegen, wie man die Passage noch anders sagen könnte und dann schleichen sich Fehler ein. Das war anfangs etwas ungewohnt. Ausserdem musste ich für eine Szene immer wieder auf die rechte Seite hechten und mit der Zeit tat das ziemlich weh.

Was macht einen guten Film-Goalie aus?
Wenn er genau so agiert, wie in einem realen Fussballspiel. Ich habe während des Drehs versucht, einen möglichst authentischen Goalie zu spielen.

Im Film geht es ja darum, zu wetten wie lange es ein Flitzer schafft, auf dem Spielfeld zu bleiben, bevor ihn die Sicherheitskräfte vom Platz zerren. Wetten Sie auch?
Ich wette eigentlich nicht gerne und wenn, dann um ganz kleine Sachen wie ein Flasche Bier.

Hatten Sie in Ihrer Karriere je einen Flitzer auf dem Feld?
Nein, nie.

Der Trailer zum Film «Flitzer»:

 

Balz Näf (Beat Schlatter), Deutschlehrer in Baden und Präsident der Gottfried Keller Stiftung, gerät in eine finanzielle Schieflage. Um seine Situation zu retten, kommt er auf die Idee, Flitzer für Sportwetten einzusetzen. Zusammen mit seinem Coiffeur (Bendrit Bajra) initiieren sie ein neues Geschäftsmodell. Der neue Trendsport wird zur Sensation, verbessert aber seine Lage nicht. Dass er sich ausgerechnet in die Polizistin (Doro Müggler) verliebt, die ihm das Handwerk legen soll, hilft auch nicht. Letztendlich gibt es für ihn nur einen Ausweg…
Der Film «Flitzer» ist eine Schweizer Komödie des Regisseurs Peter Luisi («Der Sandmann» und «Schweizer Helden»). Ab Donnerstag, 12. Oktober läuft der Film in den Schweizer Kinos.


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