Zürcherin Martullo-Blocher wird Bündner Nationalrätin

Für Magdalena Martullo-Blocher von der SVP Graubünden werden die Wahlen gemäss einer ersten Hochrechnung zur Zitterpartie.
Für Magdalena Martullo-Blocher von der SVP Graubünden werden die Wahlen gemäss einer ersten Hochrechnung zur Zitterpartie. © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
SVP-Spitzenkandidatin Magdalena Martullo-Blocher hat es geschafft: Die Bündner wählten die Zürcherin in den Nationalrat. Die Tochter von Christoph Blocher verhalf der SVP zu einem zweiten Sitz, den sie GLP-Nationalrat Josias Gasser wegschnappte.

Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss zwischen der SVP und der kleinen bürgerlichen Listenverbindung von BDP, CVP und FDP. Es ging um den Sitz des Grünliberalen Josias Gasser, dessen Wiederwahl seit langem als gefährdet galt. Und Gasser schaffte es nicht mehr.

Schliesslich hatte die SVP die Nase hauchdünn vorne, und die Mitteparteien verfehlten ihr Ziel, den vor vier Jahren verlorengegangen Sitz der FDP zurückzuholen. Somit hält die SVP neu zwei der fünf Bündner Sitze.

Magdalena Martullo-Blocher sagte in einer ersten Reaktion, sie habe ihre Wahl nicht erwartet. Sie sei nicht davon ausgegangen, dass sie so viele Stimmen von den Bündnerinnen und Bündnern erhalte. Aber alle in der Partei hätten bis zum Schluss gekämpft: “Wir waren draussen bei den Leuten”, betonte sie.

BDP, CVP und SP konnten ihre Mandate halten. Neben Martullo-Blocher neu nach Bern gewählt wurde alt Standespräsident Duri Campell (BDP), der den Sitz des zurückgetretenen BDP-Urgesteins Hansjörg Hassler verteidigen konnte. Wiedergewählt wurden Heinz Brand (SVP), Martin Candinas (CVP) und Silva Semadeni (SP).

Die SVP als grosse Gewinnerin legte auch beim Stimmenanteil kräftig zu: Die 2008 neugegründete Partei steigerte sich um 5,2 Prozentpunkte und erreichte stolze 29,7 Prozent. Zudem erzielte SVP-Nationalrat Heinz Brand mit 23’183 Stimmen das beste Resultat aller Kandidaten.

Ebenfalls zulegen konnten SP und FDP. Die Sozialdemokraten erhielten 2 Prozentpunkte mehr Stimmen und erzielten einen Stimmenanteil von 17,6 Prozent.

Die FDP legte zwar um 1,4 Prozentpunkte zu und kam auf 13,3 Prozent Stimmen. Doch trotz der Listenverbindung mit CVP und BDP reichte das nicht, um den 2011 an die GLP verlorenen Sitz zurückzuholen. Die CVP steigerte sich mit einem Stimmanteil von 16,8 Prozent minim, um 0,2 Prozentpunkte.

Die Verlierer sind die GLP und die BDP. Die BDP konnte zwar ihren Sitz in Bern trotz des Rücktritts Hasslers halten, sackte aber um 6 Prozentpunkte auf noch 14,5 Prozent ab. Und die GLP büsste mit 7,9 Prozent Stimmenanteil zwar lediglich 0,4 Prozentpunkte auf ihr Resultat von 2011 ein, verlor aber nach nur einer Legislatur den Sitz.

(SDA)


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