Zürcher Behinderten-Theatergruppe ausgezeichnet

Das Theater Hora - hier ein Szenebild aus dem Musical "Normalität" - erhält den Hans-Reinhart-Ring 2016. (Pressebild)
Das Theater Hora - hier ein Szenebild aus dem Musical "Normalität" - erhält den Hans-Reinhart-Ring 2016. (Pressebild) © Pressebild
Das Zürcher Theater HORA ist mit dem Schweizer Grand Prix Theater ausgezeichnet worden. Die Theatergruppe für Menschen mit geistiger Behinderung erhielt den Preis am Donnerstagabend im Théâtre de Carouge in Genf.

Das Theater HORA wird “für sein aussergewöhnliches und umfassendes künstlerisches Engagement und für seinen wichtigen Beitrag zu einem anderen Blick auf unsere Gesellschaft” mit dem Schweizer Grand Prix Theater / Hans Reinhart-Ring 2016 geehrt, wie es in der Laudatio heisst. Der Preis ist mit 100’000 Franken dotiert.

Die weiteren Auszeichnungen gingen an Barbara Frey, Regisseurin und Intendantin des Schauspielhauses Zürich, an den Genfer Theater- und Filmschauspieler Jean-Quentin Châtelain, an Germain Meyer für seine Theatervermittlungsarbeit im Jura sowie an das Junge Theater Graubünden und die Theatergruppe 400asa. Die Preissummen betragen je 30’000 Franken für die drei Personen und je 50’000 Franken für die beiden Institutionen.

Die sechs Schweizer Theaterpreise wurden zur der Eröffnung des 3. Schweizer Theatertreffens in Anwesenheit von Bundesrat Alain Berset und Isabelle Chassot, der Direktorin des Bundesamtes für Kultur, verliehen. Die Preisverleihung fand zum ersten Mal in der Romandie statt.

Alain Berset betonte in seiner launigen Eröffnungsansprache, dass die Schweizer Theaterpreise “Ansporn und Impuls für unser Theaterschaffen” seien. “Das Theater ist der Ort, wo Talente sich vor unseren Augen entfalten. Mit den Preisen zeichnen wir einzelne dieser Talente aus.” Berset lobte auch die Theaterstadt Genf: “Genève est bien moins ville de banques que de saltimbanques.” Nächstes Jahr werden die Preise in Lugano vergeben, wie Berset ankündigte.

Das Theater HORA hatte mit der Produktion “Disabled Theater”, die in insgesamt 160 Vorstellungen gezeigt wurde, im Jahre 2013 einen internationalen Grosserfolg und war etwa auch zum Berliner Theatertreffen eingeladen. Ebenfalls erfolgreich liefen Stücke wie etwa “Mars Attacks!”, “Human Resources” oder “Normalität. Ein Musical”.

Insgesamt hat HORA bis heute über 50 Theaterprojekte auf die Bühne gebracht. HORA ist das einzige professionell arbeitende Theater für Menschen mit geistiger Behinderung in der Schweiz. Gegründet wurde die Theatergruppe 1989. Seit 2009 bietet HORA ergänzend zudem eine Schauspiel-Ausbildung an.

Am 3. Schweizer Theatertreffen, einer Werkschau des aktuellen Theaterschaffens der Schweiz, sind sowohl Stücke von Stadttheatern wie auch der freien Szene zu sehen. Auf dem Programm stehen etwa “Münchhausen?” von Fabrice Melquiot (Théâtre Am Stram Gram, Genf; Le petit théâtre, Lausanne) oder “Edward II. Die Liebe bin ich” von Ewald Palmetshofer nach Christopher Marlowe (Theater Basel).

Das viertägige Treffen an den vier Genfer Bühnen Théâtre de Carouge, Comédie de Genève, Théâtre Forum Meyrin sowie Poche/GVE bietet jeweils zwei Vorstellungen pro Abend.

(SDA)


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