Zürcher Gefängniswärterin auf freiem Fuss

Die Fahndungsfotos der Kantonspolizei Zürich vom flüchtenden Gefägnisinsassen sowie der Wärterin.
Die Fahndungsfotos der Kantonspolizei Zürich vom flüchtenden Gefägnisinsassen sowie der Wärterin. © Kapo Zürich
Die Gefängnisaufseherin, die Anfang Februar mit einem Häftling aus dem Gefängnis Limmattal ins Ausland geflüchtet war, befindet sich wieder auf freiem Fuss. Das Zürcher Obergericht hat sie am Freitag per sofort freigelassen. Es bestehe keine Fluchtgefahr.

Wie das Obergericht gegenüber Journalisten bekannt gab, fiel der Entscheid über die Freilassung am Donnerstagabend. Am Freitag wurde die 32-Jährige dann aus der Haft entlassen. Als Grund dafür gab das Gericht an, dass weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr bestehe.

Die Wärterin ist nicht vorbestraft, weshalb sie nur zu einer bedingten Strafe verurteilt werden dürfte. Sie in Haft zu lassen, sei angesichts dieser Tatsache nicht angezeigt. Das Gericht folgte somit einem Antrag ihres Anwalts, der mit einer Beschwerde die Freilassung verlangt hatte.

Während ihrer Haft gab die Wärterin zu, einem Häftling des Gefängnisses Limmattal zur Flucht verholfen zu haben. Die beiden hatten eine Beziehung und flüchteten zusammen nach Italien. In einer Videobotschaft bezeichnete sie den verurteilten Vergewaltiger als “Mann meines Lebens”.

Im Gegensatz zu ihr machte sich der syrische Häftling mit dem Ausbruch aus dem Gefängnis nicht strafbar. Allerdings dürfte er seine Chance auf Hafterleichterung oder vorzeitige Entlassung verspielt haben.

Der 27-Jährige sitzt nach wie vor in Italien in Auslieferungshaft. Er dürfte in den nächsten Tagen an die Schweiz ausgeliefert werden. Rom hat dem Gefängnis in Bergamo allerdings noch keine offizielle Erlaubnis für die Auslieferung erteilt.

(SDA)


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