“Zürcher sind selber schuld”

Nicht wenige FCSG-Fans würden sich am Mittwoch für einmal über eine Niederlage ihrer Lieblinge freuen. Denn so wäre der Abstieg des FC Zürich besiegelt. Solche unsportlichen Überlegungen interessieren Joe Zinnbauer aber vor dem letzten Saisonspiel nicht. Gegen Lugano (Liveticker ab 20.30 Uhr auf FM1Today) strebt der FCSG-Coach mindestens einen Punkt an.

Fragt man FCSG-Fans vor dem Abstiegskrimi am Mittwoch, wen sie gerne weiter in der Super League hätten, lautet die Antwort häufig: Lugano. Dass das Herz für die Tessiner und nicht für den FCZ schlägt, ist aber nicht ganz selbstlos. Der Blick richtet sich bereits auf die kommende Saison. Der FCSG wäre einen unliebsamen Konkurrenten los. Denn es ist unwahrscheinlich, dass die Zürcher noch einmal eine so grottenschlechte Meisterschaft spielen. Zudem dürfte sich Lugano auch im kommenden Jahr hinter den Espen platzieren.

Das grosse Bierversprechen

Bei den Zürchern ist das Zittern vor dem Herzschlagfinale riesig. Sie wissen: Ohne fremde Hilfe können sie den Abstieg nicht verhindern. Ein Sieg gegen Vaduz reicht nur dann, wenn Lugano nicht gewinnt. FCZ-Trainer Uli Forte hat nun den St.Gallern einen LKW voll Bier versprochen – wenn sie denn im Tessin punkten.

FCSG-Coach Joe Zinnbauer interessiert sich aber nicht sonderlich für die Bier-Prämie des ehemaligen St.Galler Trainers. “Bier?”, meint Zinnbauer auf die entsprechende Frage, “Uli, ich trink kein Bier. Damit kannst du mich nicht motivieren.”

Dennoch: Zinnbauer wäre nicht Zinnbauer, wenn er nicht darauf hinweisen würde, dass er kein Spiel verlieren wolle. Er erwähnt den “Ehrenkodex” der Spieler und Trainer. “Wir verschenken keine Punkte”, verspricht er. Und: Man werde alles geben, um im Tessin nicht zu verlieren. Dabei geht es auch um Prämien. “Spieler verschenken auch kein Geld”, sagt Zinnbauer.

Lugano ist hoch motiviert

Eine St.Galler Niederlage in Lugano würde aber niemanden überraschen. Grösser könnte der Motivationsunterschied nicht sein. Lugano spielt ums Überleben, bei den St.Galler geht es um die Ehre. Nur: Bei der deftigen Heimpleite Luzern befanden sich bereits einige FCSG-Spieler geistig in den Ferien.

Zinnbauer pariert im Voraus etwaige Zürcher Vorwürfe an die St.Galler Adresse, die Meisterschaft verfälscht zu haben. Er zeigt klar auf, wer für das FCZ-Schlamassel verantwortlich ist. “Es liegt an den Zürcher selber. Wir haben nicht dafür gesorgt, dass sie sich auf dem letzten Tabellenplatz befinden”, sagt Zinnbauer.

Die letzte Super-League-Runde, heute 20.30 Uhr:

Lugano – St.Gallen
Zürich – Vaduz
Luzern – Sion
Basel – GC
Thun – Young Boys

(dsc)


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