Zürich muss, Basel muss nicht unbedingt gewinnen

Trainer Hyypiä und Präsident Canepa: Wohin geht die Reise des FCZ?
Trainer Hyypiä und Präsident Canepa: Wohin geht die Reise des FCZ? © KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU
Wenn Zürich gegen Basel spielt, geht es im Klassiker des Schweizer Fussballs meistens mindestens um alles. Diesmal ist es anders. Zürich spürt maximalen Siegeszwang, für Basel ist der Sieg kein Muss.

Was wird Trainer Urs Fischer noch aus der Mannschaft herausholen, die dem FCB den siebten Meistertitel am Stück geschenkt hat? Zehn Spieler, unter ihnen sieben defensive, stehen auf der Verletztenliste. Können die restlichen Spieler trotz ihrer Feierlaune weiterhin so dominant auftreten, wie sie es während Wochen und Monaten getan hatten, als sie den Meistertitel zuerst noch sicherstellen mussten?

Die Antwort auf diese Fragen interessiert am Samstag nicht nur den FC Zürich, sondern ebenso Lugano und Vaduz, die nach heutigem Stand zusammen mit Zürich den Absteiger in die Challenge League ausmachen werden. In den ersten 31 Runden waren die Leistungsunterschiede zwischen dem FCZ und dem FCB so gewaltig, dass ein Zürcher Sieg nicht logisch wäre und von überall her die Frage auftauchen würde, ob sich die Basler denn wirklich angestrengt hatten. Auch das Wort Wettbewerbsverfälschung würde die Runde machen. Der letzte Auftritt der Zürcher bei der 0:4-Niederlage in Thun war so kläglich, dass man einen Sieg gegen Basel schier als das Ergebnis einer Wunderheilung anschauen müsste.

Die Super-League-Spiele vom Samstag im Einzelnen:

Zürich – Basel (bisherige Resultate der Saison 2015/16): 1:3, 2:2, 2:2). – 20.00 Uhr. – SR Hänni. – Absenzen: Alesevic, Schönbächler, Kleiber (alle verletzt) und Kecojevic (familiäre Gründe); Steffen (gesperrt), Janko, Xhaka, Lang, Hoegh, Samuel, Safari, Degen, Akanji und Sporar (alle verletzt). Fraglich: Yapi, Etoundi, Sanchez; -. – Statistik: Der FCZ muss sich in seiner bedrohlichen Lage an jedem Strohhalm festhalten. Immerhin: Zürich ist die einzige Mannschaft, die gegen Basel in dieser Saison nicht mehr als einmal verlor. Je ein Spiel im Letzigrund und im St.-Jakob-Park endeten 2:2, die erste Partie in Basel hatte der FCB 3:1 gewonnen. Gegen alle Gegner mit Ausnahme des FCZ fuhr der Meister also zwei bis vier Siege ein. Als Trumpf für den FCZ könnte sich die Einstellung des Gegners erweisen. Nachdem sie den siebten Meistertitel am Stück sichergestellt haben, müssen die Basler nicht mehr mit vollem Engagement in jeden Match gehen. Auf der anderen Seite ist FCZ – FCB der Klassiker schlechthin im Schweizer Fussball. Für jeden Spieler müsste dies Anreiz genug sein, alles aus sich herauszuholen. Basels Trainer Urs Fischer kann auf sieben verletzte Defensivspieler nicht zurückgreifen. An der Seite der arrivierten Marek Suchy und Adama Traoré dürfte in der Verteidigung mindestens einer der mitreisenden U21- und U18-Spieler von Beginn an zum Zug kommen. Zürich hat gegen Basel keines der letzten zehn Meisterschaftsspiele gewonnen. Eine Serie von sechs Niederlagen wird von je zwei Unentschieden flankiert.

Thun – St. Gallen (0:1, 0:2, 2:1). – 20.00 Uhr. – SR Jaccottet. – Absenzen: Faivre, Rapp, Wittwer, Sutter, Schindelholz und Reinmann (alle verletzt); Tafer, Thrier (beide verletzt) und Dziwniel (rekonvaleszent). – Statistik: St. Gallen verlor sieben der letzten acht Spiele, und dies mit dem erschreckenden Torverhältnis von 5:26. Unterbrochen wurde die aus Ostschweizer Sicht beängstigende Serie durch einen 2:1-Heimsieg gegen Sion. Mit vier, fünf und sechs Punkten Reserve auf die Mannschaften des Schlusstrios sind die Ostschweizer noch nicht ganz aus dem Schneider. Thun schlug St. Gallen in fünf der letzten sechs Heimspiele. Die Ausnahme bildete das bislang letzte Aufeinandertreffen in der Stockhorn-Arena letzten November, als die Ostschweizer 2:0 gewannen. Dafür revanchierten sich die Berner Oberländer im Februar mit einem 2:1-Sieg in St. Gallen. Thun war zuletzt unkonstant, aber auch unberechenbar. In ihren letzten 13 Spielen liess sich die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene je vier Siege und Niederlagen sowie fünf Unentschieden notieren.

Rangliste: 1. Basel 31/76. 2. Young Boys 31/60. 3. Grasshoppers 31/46. 4. Sion 31/44. 5. Luzern 31/41. 6. Thun 31/37. 7. St. Gallen 31/34. 8. Zürich 31/30. 9. Vaduz 31/29. 10. Lugano 31/28.

(SDA)


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