«Zuschauer und Helfer wurden gefährdet»

Mit der Fahrt von Richard Hammond seien Zuschauen und Helfer gefährdet worden, begründet Auto Sport Schweiz sein Busse gegen das Bergrennen Hemberg.
Mit der Fahrt von Richard Hammond seien Zuschauen und Helfer gefährdet worden, begründet Auto Sport Schweiz sein Busse gegen das Bergrennen Hemberg. © Keystone AP
Die Verantwortlichen vom Verein Bergrennen Hemberg sind frustriert, nachdem der Verband Auto Sport Schweiz sie gebüsst hat. Nun nimmt der Verband Stellung und erklärt, wie es zur Busse kam.

5’000 Franken Busse, plus Verfahrenskosten in der Höhe von 1’000 Franken. Diese Busse hat der Verband Auto Sport Schweiz gegen das Bergrennen Hemberg ausgesprochen. Die Veranstalter sind enttäuscht und lassen offen, ob das Rennen nochmals stattfindet.

«Es gab verschiedene Punkte im Reglement, welche beim Bergrennen Hemberg nicht eingehalten wurden», begründet der Verband Auto Sport Schweiz sein Vorgehen.

Zuschauer und Helfer gefährdet

Einen Punkt betont der Direktor von Auto Sport Schweiz, Patrick Falk, gegenüber FM1Today mehrmals: Das Elektroauto. Solche sind bei Bergrennen nicht erlaubt. «Mit dem Einsatz dieses Elektrofahrzeuges hat man Streckenposten, Zuschauer und andere Helfer in Gefahr gebracht», sagt Patrick Falk. Die Bergung eines verunfallten Elektroautos sei viel komplexer als bei einem normalen Auto.

Falsche Kleidung

Nach den Auswertungen vom Bild- und Videomaterial ist zudem klar, dass der Fahrer im Demo-Auto (in diesem Falle der ehemalige Top-Gear Star Richard Hammond) keinen FIA-konformen Rennkombi getragen habe.

Des Weiteren seien auf dem Beweisaufnahmen keine Führungs- und Schlussfahrzeuge zu sehen. Solche hätten ein Fahrzeug bei jeder Demonstrationsfahrt zu begleiten. Und auch die Zeitmessung, welche bei der Fahrt von Richard Hammond gelaufen ist, sei regelwidrig.

Gekränkte Organisatoren

Auto Sport Schweiz ist froh, dass es noch Veranstalter von Bergrennen gibt. Trotzdem müssten sich die Veranstalter an die Reglemente halten, sonst würde man «einem Wildwuchs die Türen öffnen», sagt Patrick Falk.

Eine gewisse Enttäuschung des Veranstalters versteht man beim Verband. Allerdings müsse man die Busse ins Verhältnis stellen, sagt Patrick Falk. «Wir kennen die Mittel der grossen Bergrennen. Bei einem Budget zwischen 300’000 und 450’000 Franken müsste eine Busse von 5’000 Franken verkraftbar sein», sagt Falk. Die ausgesprochenen Bussgelder kämen ausserdem seit jeher dem Nachwuchs-Fonds bei Auto Sport Schweiz zu gute. Sie dienen der Förderung verschiedener Nachwuchsprojekte.

Rekursfrist ist abgelaufen

Auto Sport Schweiz blieb der Einblick in die Veträge zwischen dem Bergrennen Hemberg und der TV-Produktionsfirma verwehrt. Der Verband ist zum Schluss gekommen, dass die Interessen der Produktionsfirma höher gewertet worden sind, als der sichere und zeitgerechte Ablauf des Rennens.

Diesen Vorwurf dementiert der Verein Bergrennen Hemberg. Man habe nicht aus Geldgier gehandelt. Dazu habe Richard Hammond einen Fahrfehler zugegeben. Die Rekursfrist gegen das Urteil ist abgelaufen. Der Verein hat keinen Rekurs eingelegt. Dazu sagt Christian Schmid vom Bergrennen Hemberg: «Die Frist war mit 48 Stunden zu kurz. Ausserdem käme eine Berufungskaution von 4’500 Franken dazu.» Das sei zu riskant, zumal man davon ausgehe, dass die FIA dem Verband den Rücken stärke.

(lae)


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