Zwei Drittel nerven sich über Nachbarn

Ein Streitpunkt kann der gemeinsam genutzte Waschraum sein.
Ein Streitpunkt kann der gemeinsam genutzte Waschraum sein. © Symbolbild: iStock
Kindergeschrei, Unfreundlichkeit, laute Musik oder Zigarettenqualm: Nachbarn können nerven. Etwa zwei Drittel aller Schweizer beklagen sich über ihre Nachbarn. Der Lärm ist dabei der grösste Störfaktor.

Gerade in grösseren Wohnhäusern treffen viele Nachbarn aufeinander. Für viele Leute in der Schweiz sind diese ein Störfaktor, denn 64 Prozent nerven sich über ihre Nachbarn. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Comparis. Jede dritte Person regt sich über laute Gespräche, Kinderlärm, Getrampel, Streitlärm oder aber Partylärm und zu laute Musik auf. An Sexgeräuschen jedoch stören sich nur neun Prozent.

Unfreundlichkeit anderer Nachbarn und Zigarettenrauch auf den Balkonen oder im Treppenhaus gehören ebenso zu den Störfaktoren. In gemeinsam genutzten Waschküchen kommt es auch gerne mal zu Konflikten – meist wegen unsauber hinterlassenen Räumen oder wegen des Waschplans. Was überrascht: Vor allem jüngere Mieter haben etwas an ihren Nachbarn auszusetzen.

Am besten das Gespräch suchen

«Wenn die nachbarschaftlichen Emissionen zur Belästigung werden, sollte man zuerst mit dem Verursacher sprechen, bevor man den Vermieter informiert oder gar die Polizei ruft», sagt Nina Spielhofer, Mediensprecherin Immobilien und Wohnen bei comparis.ch. Das machen 31 Prozent auch meist – sie suchen das Gespräch mit den Nachbarn und bitten um Rücksichtnahme.

Neugierde durch Nachbarn und Haustiere die stören, sind ebenfalls ein Dorn im Auge. Einige machen allerdings die Faust im Sack und sagen nichts, obwohl sie sich ärgern. Wieder andere beschweren sich nach mehrmaligem Vorkommen bei ihrem Vermieter. Deutschschweizer melden solche Vorfälle viel häufiger als Tessiner. Diese ärgern sich zwar, unternehmen aber nichts.

Umzug oder Gericht

Meinungsverschiedenheiten und Streit gibt es in den Mehrfamilienhäusern auch – jeder Dritte hat sich schon mit Nachbarn gestritten. Doch nur ein kleiner Teil streitet sich mehrmals pro Jahr, meist sind Auseinandersetzungen selten. Die über 55-Jährigen streiten sich deutlich weniger als die Jüngeren.

«Wenn ein Nachbarschaftsstreit eskaliert und man sich Zuhause nicht mehr wohl fühlt, dann gibt es oft nur noch zwei Möglichkeiten: Ein Umzug oder der Gang vors Gericht», sagt Spielhofer.

Jeder sechste, der schon mal Streit mit Nachbarn hatte, ist umgezogen. Und tatsächlich geben 15 Prozent an, dass aus einem Nachbarschaftsstreit ein handfester Rechtsstreit wurde.

Wie sieht es denn bei euch aus? Was habt ihr mit euren Nachbarn schon alles erlebt? Schreibt es in die Kommentare.

(red)


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