“Zwei Niederlagen und in St.Gallen geht die Welt unter”

Von Sandro Zulian
Joe Zinnbauer gerät langsam unter Druck.
Joe Zinnbauer gerät langsam unter Druck. © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Zwei Spiele, zwei Niederlagen. Soweit die Bilanz des FC St.Gallen in der noch jungen Saison. Nun treffen die St.Galler am Sonntag auf die Grasshoppers. Joe Zinnbauer gibt sich wie immer gelassen, nervt sich aber langsam über den Pessimismus in St.Gallen.

Joe Zinnbauer steht unter Druck. Nach zwei Niederlagen gegen Sion sowie gegen YB pfeift dem Cheftrainer der St.Galler ein immer kühlerer Wind entgegen. In den Fan-Foren wird bereits von Rücktritt gesprochen. Doch davon ist in der Pressekonferenz wenig zu spüren. Zinnbauer gibt sich gewohnt locker und sagt mehr oder weniger das Gleiche wie vor einer Woche.

Die Spieler sind im Training gut – im Spiel leider noch nicht

Die Motivation sei deutlich zu spüren, so Zinnbauer: “Die Geilheit ist da! Die Spieler sind scharf auf den Ball.” Im Spiel sei die Motivation leider noch nicht so zu spüren, im Training dafür um so mehr. “Manchmal wünschte ich mir, sie wären ein wenig schlechter im Training, dann sind sie im Spiel besser”, scherzt Zinnbauer und lacht. Dann wird er aber wieder ganz sachlich: “Wir müssen jetzt endlich ein Zeichen setzen.” Wenn man sich GC, YB oder Basel anschaut, gebe es doch vergleichbare Situationen: “Auch die verlieren mal ein Spiel. Aber wir haben jetzt zwei Spiele verloren und in St.Gallen geht die Welt schon unter.” Die Mannschaft sei angespannt, die Woche war hart, versichert Zinnbauer. “Das war nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen.”

Mit dezimiertem Kader gegen ein starkes GC

Lucas Cueto hat sich im Training einen Bänderriss zugezogen. Er wird voraussichtlich vier bis sechs Wochen ausfallen. Und auch die Leihgabe von Bayern München ist noch immer angeschlagen. “Bei Gianluca Gaudino muss kurzfristig entschieden werden”, sagt Mediensprecher Daniel Last. “Das ist Spitz auf Knopf, wir wissen noch nicht, ob wir ihn einsetzen können.” Mit den Grasshoppers wartet ein weiterer, schwerer Gegner auf die Espen. “Wir machen nach wie vor zu viele Fehler”, so Zinnbauer. Gegen GC brauche es mehr Mut und vor allem auch mehr Mut zum Risiko. Torjäger Caio sei sicher ein Problem: “Da müssen wir uns etwas einfallen lassen. Aber wenn wir uns GC anschauen, sehen wir nicht nur ihn, sondern es gibt auch andere im Kader der Grasshoppers, die gut spielen. Es wird schwer, aber wir haben letztes Jahr schon ganz andere Situationen gemeistert.”

St.Gallen ist ein schwieriges Pflaster

Zinnbauer findet aber auch klare Worte für die Medien und für überkritische Fans. Auf die Frage einer Journalistin, wo denn die fehlende Ambition sei, entgegnete Zinnbauer: “Ich sag’ doch nicht zu meiner Mannschaft: Bitte hinten reinstellen und weite Bälle schlagen. Nichts machen und auf zwei Gegentreffer hoffen.” Er habe nicht das Gefühl, dass es nicht läuft. “Das ist immer eine Frage der Wahrnehmung. Fans und Medien sehen zwei Niederlagen. Ich als Fan wäre wahrscheinlich auch nicht glücklich. Aber wir arbeiten und die Spieler arbeiten gut. Ich kann wirklich nichts Negatives über sie sagen.”


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