14-Jährige sorgt für Sackgeld-Plattform

Mara Stolz hat die Sackgeldjob-Plattform ins Leben gerufen.
Mara Stolz hat die Sackgeldjob-Plattform ins Leben gerufen. © St.Galler Tagblatt
Eine 14-Jährige sorgt in Wil dafür, dass die Stadt eine Börse für Sackgeld-Jobs einführt. Mit einer Unterschriftensammlung verschaffte sie sich Gehör und wurde erhört. Die Plattform für Neben-und Ferienjobs für Jugendliche ist jetzt aufgeschaltet.

Einmal in der Woche oder im Monat freuen sich Kinder und Jugendliche über Sackgeld von den Eltern. Gewisse bessern ihr Sackgeld mit Ferienjobs auf. Der 14-jährigen Mara Stolz aus Wil war es ein Anliegen, dass es für solche «Sackgeld-Jobs» eine Börse gibt. Sie hat deshalb im vergangenen Sommer einen Partizipations-Vorstoss bei der Stadt Wil eingereicht.

Zehn Unterschriften von in Wil wohnhaften Personen hat sie dafür sammeln müssen. Abgegeben hat sie das Formular mit 153 Unterschriften. «Das zeugt von grossem Einsatz und es zeigt, dass es scheinbar ein Bedürfnis für eine solche Börse gibt. Der Stadtrat hat dem Vorstoss deshalb zugestimmt», sagt Hanjörg Baumberger, Stadtschreiber in Wil.

Es sei schön, dass engagierte und motivierte Jugendliche Verantwortung übernehmen und mit den Jobs einen Teil zu ihrem Einkommen beitragen wollen. «Die Sackgeldjob-Plattform ist eine sehr schöne Idee und eine willkommene Ergänzung für die Stadt», sagt Baumberger.

Hansjörg Baumberger, Stadtschreiber in Wil. Bild: zVg

Plattform ist aufgeschaltet

In den vergangenen Monaten hat die Stadt Wil die Plattform umgesetzt. Jetzt ist sie soweit, dass Auftraggeber, die sich Unterstützung von Jugendlichen wünschen, ein kostenloses Inserat schalten können. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Autowaschen, Rasenmähen oder Ferienjobs in einer Firma. Jugendliche können auf der Plattform auch ihre Arbeitskraft anbieten.

«Die Plattform ermöglichst so auf einfache Art und Weise die Vermittlung von Sackgeld-Jobs. Das dürfte auch für Firmen attraktiv sein», sagt Baumberger. Bislang ist noch kein Inserat eingegangen, die Plattform ist aber erst seit dieser Woche aufgeschaltet.

Sollte das Angebot nicht genutzt werden, wird die Stadt versuchen, die Gründe dafür zu finden und die Plattform zu optimieren. «Sollte es nicht auf Anhieb funktionieren, werden wir sicher nicht gleich die Flinte ins Korn werfen», sagt Baumberger.

Möglichkeit zum ersten Mal genutzt

Es ist das erste Mal, dass die Möglichkeit eines Partizipationsvorstossens in Wil genutzt wurde. Das Reglement bietet Minderjährigen ab 13 Jahren und erwachsenen Ausländern ein Mitspracherecht. Die Stadt Wil hat ein solches Reglement seit Juni 2017.

(str)


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