Zwei von fünf Ehen werden scheitern

2018 gab es in der Schweiz 4 Prozent mehr Scheidungen als im Jahr davor. Wenn das so weiter geht, dann werden schliesslich zwei von fünf Ehen scheitern, hat das Bundesamt für Statistik (BFS) errechnet. (Symbolbild)
2018 gab es in der Schweiz 4 Prozent mehr Scheidungen als im Jahr davor. Wenn das so weiter geht, dann werden schliesslich zwei von fünf Ehen scheitern, hat das Bundesamt für Statistik (BFS) errechnet. (Symbolbild) © Keystone/DPA dpa/A3276/_MARTIN GERTEN
2018 gab es vier Prozent mehr Scheidungen als im Vorjahr. «Bei unverändertem Scheidungsverhalten ist davon auszugehen, dass zwei von fünf Ehen eines Tages mit einer Scheidung enden», schreibt das Bundesamt für Statistik (BFS) in seinem definitiven Bericht.

Immerhin halten Ehen etwas länger als früher. Erfolgten in den Nullerjahren nur etwa ein Viertel der Scheidungen nach 20 und mehr Ehejahren, waren es 2018 fast ein Drittel. Am «gefährlichsten» sind die frühen Jahre: 40 Prozent der Ehen halten heute weniger als zehn Jahre. Vor 20 Jahren ging durchschnittlich sogar jede zweite Ehe so früh zu Bruch.

Die leicht höhere Dauer der Ehen kommt offenbar den Kindern zugute: «Seit Mitte der 1990er-Jahre ist der Anteil der Scheidungen, bei denen minderjährige Kinder mit betroffen sind, unter die 50-Prozent-Marke gesunken», schreibt das BFS. 1970 waren bei 60 Prozent der Scheidungen minderjährige Kinder die Leidtragenden, 2018 war das noch in 46 Prozent der Fall.

Schweizweit entfallen auf 1000 Einwohner 1,9 Scheidungen. Am trennungsfreudigsten sind die Genfer mit 2,4 Scheidungen pro 1000 Einwohner. Die «treusten» sind die Urner mit 1,1 Promille Scheidungen.

Die Eheschliessungen haben 2018 zugenommen, allerdings nur um 0,3 Prozent. Hochzeiten von inländischen Paaren legten um ein halbes Prozent zu, die von ausländischen Staatsangehörigen um 2,1 Prozent. Seltener sind gemischt-nationale Paare in den Hafen der Ehe eingefahren: Ihre Anzahl ging um 0,8 Prozent zurück.

Am liebsten geheiratet wird im Kanton Zürich, wo auf 1000 Einwohner 5,5 Hochzeiten kommen. In Neuenburg kann man weniger häufig auf eine Hochzeitseinladung hoffen: Da entfallen nur 3,6 Eheschliessungen auf 1000 Einwohner.

Die Geburtenzahl nahm von 87’400 im Jahr 2017 auf 87’900 im Jahr 2018 um ein halbes Prozent zu. Dabei setzte sich der Trend zu immer späteren Erstgeburten fort. Das Durchschnittsalter der Mutter bei der Geburt ihres ersten Kindes betrug letztes Jahr 30,9 Jahre. Jede dritte Erstgebärende war über 35 Jahre alt. Im Jahr 2000 war nur jede fünfte so alt. 2018 waren 35 Neu-Mütter über 50.

22’600 Kinder kamen 2018 ausserehelich zur Welt, das sind 600 mehr als im Vorjahr (+2,5 Prozent). «Somit ist mehr als jede vierte Geburt nicht ehelich», hat das BFS ermittelt. Die Zahl der Vaterschaftsanerkennungen erhöhte sich parallel dazu um 2,3 Prozent.

Frauen sind immer noch langlebiger als die Männer und können nach wie vor bei der Geburt auf eine Lebenserwartung von 85,4 Jahren hoffen. Aber Männer holen ganz langsam auf. 2018 stieg ihre Lebenserwartung von 81,4 auf 81,7 Jahre. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern beträgt jetzt 3,7 Jahre – 2001 waren es noch zwei Jahre mehr gewesen.

2018 entschieden sich 700 gleichgeschlechtliche Paare für eine eingetragene Partnerschaft, das sind 11,3 Prozent weniger als im Jahr davor. Noch nie war dabei der Anteil der Frauen so hoch: Von den eingetragenen Partnerschaften waren letztes Jahr 39 Prozent weiblich.

Im Verhältnis zur Bevölkerung wiesen die Kantone Appenzell Innerrhoden, Genf, Basel-Stadt und Zürich die höchste Anzahl der eingetragenen Partnerschaften auf und Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Jura die niedrigsten. Gar keine gleichgeschlechtlichen Hochzeiten wurden in Uri, Obwalden und Nidwalden gefeiert.

(SDA)


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