Steuererklärung

Die Software für die Aargauer Steuererklärung ist älter als manche Steuerzahler

Céline Elber, 4. Februar 2022, 16:59 Uhr
Im Jahr 2001 war der Aargau einer der ersten Kantone der Schweiz, der ein Computerprogramm für das Ausfüllen der Steuererklärung zur Verfügung stellte. Heute ist er der einzige Kanton, der noch auf dieses 20-jährige Programm setzt.
Im Aargau wird es voraussichtlich im Jahr 2024 eine neue Steuersoftware geben.
© Aargauer Zeitung

Es gibt Post, die man nur ungern erhält. Die Formulare für die Steuererklärung gehören wohl bei den meisten in diese Kategorie. Schliesslich bringt dieser Brief, der in den letzten Tagen wieder in die Briefkästen flatterte, eine mühsame Arbeit.

Was vielen Steuerpflichtigen Kopfzerbrechen bereitet, ist aber in den letzten Jahren immer einfacher geworden. Ellenlange Wegleitungen wurden von Webassistenten abgelöst, der ganze Papierkram ist passé. Um das Ausfüllen der Steuererklärung zu erleichtern, bieten alle Kantone eigene Softwareprogramme oder zumindest Excel-Tabellen an.

Aargau als Pionier

Der Kanton Aargau war zusammen mit dem Kanton Baselland einer der ersten Kantone der Schweiz, die ein Computerprogramm zum Ausfüllen der Steuererklärung zur Verfügung stellten. Seit 2001 gibt es die EasyTax Software. «Die Idee ist das Ausfüllen der Steuererklärung zu erleichtern. Wir wollen es für die Steuerpflichtigen möglichst einfach und kundenfreundlich machen», erklärt Daniel Widmer vom kantonalen Steueramt.

Das Programm ist im Aargau etabliert. Über 75 Prozent aller Steuerpflichtigen Aargauerinnen und Aargauer füllen ihre Steuererklärung damit aus. «Die Software kommt gut an, wir kriegen ausschliesslich positive Rückmeldungen darauf», sagt Daniel Widmer.

Älter als einige Steuerpflichtige

Trotz positiven Rückmeldungen: Verglichen mit jener von anderen Kantonen kommt die Aargauer Steuererklärungssoftware veraltet daher. Das Design erinnert an Zeiten von Windows XP. «Wir sind heute die Einzigen, die dieses Programm noch einsetzen», erklärt Daniel Widmer. Kein Wunder, die Software ist schliesslich auch schon älter als einige Steuerpflichtige. «Es ist eigentlich auch keine echte Onlinelösung, weil man jedes Jahr die Software neu herunterladen muss», so Daniel Widmer weiter. Online ausfüllen kann man die Steuererklärung damit nicht.

Natürlich wird aber auch die Aargauer Software jedes Jahr weiterentwickelt. Dieses Jahr können Aargauerinnen und Aargauer etwa das erste Mal die Steuererklärung komplett elektronisch übermitteln, ausdrucken muss man nichts mehr. Trotzdem:  «Nach über 20 Jahren ist es langsam an der Zeit für ein neues Programm», meint Daniel Widmer. In etwa zwei Jahren soll der Aargau eine neue Software erhalten.

Auch auf dem Handy

Diesen Schritt ist der Kanton Solothurn vor zwei Jahren gegangen. Die Software eTax, die neben dem Kanton Solothurn auch von den Kantonen Luzern, Zürich, Zug, Glarus, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und St.Gallen genutzt wird, kommt ganz anders daher. Die Steuererklärung ist in einzelne Themengebiete aufgeteilt, die in Kacheln angeordnet sind, die Software ist webbasiert, die Steuererklärung wird also komplett online ausgefüllt. «Das Tool ist intuitiver und einfacher», ist Steueramtschef Thomas Fischer überzeugt. Ausserdem kann man damit die Steuererklärung etwa auch auf dem Handy oder dem Tablet ausfüllen.

Die Reaktionen auf diese neue Software waren aber im Kanton Solothurn nicht nur positiv. «Einige vermissen das Formular der Steuererklärung, das sie schon lange kennen», sagt Thomas Fischer. Die Mehrheit der Personen sei aber zufrieden. «Wir haben sogar E-Mails von Leuten bekommen, die sich für das neue Tool bedanken wollten. Sowas erlebt man auf dem Steueramt sonst nicht.»

So sieht die Software des Kantons Solothurn aus.
© zVg

Trotzdem: Nur rund 45 Prozent aller Solothurnerinnen und Solothurner haben letztes Jahr die Steuererklärung elektronisch eingereicht. Das Aargauer Programm ist also, so alt es auch daherkommt, beliebter. Die Zahl in Solothurn täusche aber, räumt Thomas Fischer ein: «Etwa 75 Prozent aller Steuerpflichtigen nutzen eTax, viele drucken das Formular dann aber aus und senden es uns per Post.»

(cel)

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 4. Februar 2022 17:00
aktualisiert: 4. Februar 2022 17:00
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