Normale Lage

So unterschiedlich gehen Aargau und Solothurn jetzt mit den Corona-Zahlen um

Céline Elber, 8. April 2022, 17:30 Uhr
Seit dem 1. April gilt in der Schweiz wieder die normale Lage. Die Verantwortung für Corona liegt wieder bei den Kantonen. Sie sind nun zuständig dafür, Massnahmen anzuordnen und sich untereinander zu koordinieren. Aber haben sie noch den Überblick?
Die Anzahl Neuinfektionen werden in einigen Kantonen nur noch wöchentlich erhoben, in anderen nach wie vor täglich.
© Keystone/ZB/Martin Schutt

Seit der Rückkehr zur normalen Lage publiziert das Bundesamt für Gesundheit die Coronazahlen nur noch einmal pro Woche. Ein tägliches Update ist aus Sicht des Bundes nicht mehr nötig. Trotzdem publizieren aber einige Kantone noch jeden Tag die Zahlen von Neuansteckungen, Hospitalisierungen und der Belegung der Intensivstationen.

Reicht nicht, meint der Kanton Solothurn

So etwa der Kanton Solothurn. «Ein engmaschiges Monitoring ist wichtig, um allfällige Veränderungen früh zu erkennen», heisst es vom Solothurner Gesundheitsamt. «Diese fliessen in die regelmässige Lagebeurteilung des kantonsärztlichen Dienstes ein.» Die Infektionszahlen werden dem Kanton Solothurn vom Bundesamt für Gesundheit laufend zur Verfügung gestellt, alle anderen Daten werden wie bisher direkt vom Kanton bei den zuständigen Stellen erhoben. Im Sinne der Transparenz würden diese Zahlen auch weiterhin der Bevölkerung zur Verfügung gestellt.

Reicht sehr wohl, meint der Kanton Aargau

Anders sieht das der Kanton Aargau. Auf Anfrage von ArgoviaToday konnte das kantonale Gesundheitsdepartement keine Auskunft über die Zahlen der letzten Tage geben. Die Fallzahlen sowie die Anzahl durchgeführter Tests werden nur noch wöchentlich publiziert. Auch intern würden diese Zahlen nicht speziell erhoben.

Trotzdem sei aber der Überblick noch da, meint Matthias Gerth vom Gesundheitsdepartement. Schliesslich sei die Tendenz der Entwicklung auch mit wöchentlichen Fallzahlen gut sichtbar. Ausserdem seien die täglichen Infektions- und Testzahlen nicht die wichtigsten Indikatoren für die Entwicklung des Coronavirus, sagt Matthias Gerth vom Gesundheitsdepartement: «Wichtiger ist die Situation im Gesundheitswesen, insbesondere die Belegung der Intensivstationen. Deshalb sind wir im ständigen Austausch mit den Spitälern und den anderen Kantonen.»

Zudem könne der kantonsärztliche Dienst geeignete Massnahmen ergreifen, sollte dies notwendig sein. Würde etwa ein Altersheim oder eine Schule eine Häufung der Fälle melden, könne dieser auch in der jetzigen Situation schnell handeln.

Quelle: ArgoviaToday
veröffentlicht: 11. April 2022 05:54
aktualisiert: 11. April 2022 05:54
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