Äscher: Keine Rösti für die Wanderer

Gallus Knechtle und Melanie Gmünder sind im neuen Pächterteam des Aeschers.
Gallus Knechtle und Melanie Gmünder sind im neuen Pächterteam des Aeschers. © Tagblatt/Gian Ehrenzeller
Fertig Rösti: Die neuen Pächter des Äschers lüften das Geheimnis um die neue Speisekarte. Das Team wagt Neues und bleibt bei Traditionen. Die beliebte Äscher-Rösti wurde von der Karte gestrichen.

Schon bald machen sich die Wanderer wieder auf, den Alpstein zu erkunden und die Bergwelt zu geniessen. Das gibt natürlich ordentlich Hunger und Durst. Das Berggasthaus Äscher eröffnet seine Saison mit den neuen Pächtern im Mai.

Nun haben diese das Geheimnis um die neue Speisekarte gelüftet. Das Team rund um die Eventagentur «Pfefferbeere» wagt Neues und hat sich dennoch auf die Suche nach alten Traditionen und Spezialitäten der Region gemacht.

Die beliebte Rösti ist auf der neuen Karte jedoch nicht zu finden. Das sei keine leichte, aber bewusste Entscheidung gewesen, schreibt die Eventagentur in einer Mitteilung.

Rösti-Fans haben das zwar befürchtet, nun ist es aber definitiv. Mit den neuen Pächtern soll auch ein frischer Wind um das Berggasthaus wehen.

«Ein Berggasthaus braucht sicherlich eine klare Positionierung. Ob nun die Rösti noch auf der Speisekarte ist oder nicht, ist für uns von Appenzellerland Tourismus AI nicht ausschlaggebend. Die Gestaltung der Speisekarte ist jedem Leistungsträger selber überlassen. Was sicher wichtig ist, dass ein Berggasthaus authentisch ist und eine klare Linie hat. Dies wird in unserer Region erwartet. Wir sind gespannt auf das neue Angebot der Äscher-Küche», sagt eine Sprecherin von Appenzellerland Tourismus AI.

Wer die Rösti jetzt schon vermisst, braucht sich nicht zu sorgen. FM1Today hat das Rezept von der ehemaligen Wirtin Nicole Knechtle erhalten. Natürlich spielen viele Faktoren eine Rolle, damit die Rösti auch schmeckt. «Am besten vorher wandern gehen, damit man ordentlich Hunger hat», sagt Knechtle. Hier das Rezept:

Die Agria-Kartoffeln halbfest kochen und ein bis zwei Tage ruhen lassen. Dann die Kartoffeln schälen, raffeln und mit normaler und eingesottener Butter anbraten. Während des Anbratens mit Pfeffer, Salz und Muskatnuss würzen. Bei Bedarf kann die Rösti mit Appenzellerkäse, Eier oder Speck garniert werden. Und zu guter Letzt: Wer einen Gasherd hat, kommt bestimmt am ehesten an den Geschmack der Äscher-Rösti.

Ab Mai wieder offen: das Berggasthaus Äscher. Bild: Keystone/Melanie Duchene

Angrenzende Regionen mit eingebunden

Das Motto der neuen Küche: «Zurück zum Ursprung und damit in die Zukunft.» Die Äscher-Rösti ist Geschichte, dafür lassen die neuen Pächter Vergessenes wieder aufleben. Die Gerichte sollen die Geschichte des Ortes widerspiegeln.

Dazu gehört der Fackelkafi und das Äscher Zwenzgeli. Beides erzählt vom alten Brauch des Höhlenbuben und Höhlenmädchen. Die Kinder hatten damals die Aufgabe, die Wanderer für 20 Rappen mit der Fackel durch die dunkle Wildkirchlihöhle zum Gasthaus zu begleiten.

Traditionelle Appenzeller Gerichte sowie Buttermilch-Ribbelmais-Bramata stehen auf der Karte. Statt Rösti gibt es das Äscher-Becki. Das Rindsgulasch mit Wurzelgemüse und Kartoffeln wird im Talerbecki serviert.

Die Pächter möchten damit zu einem umfassenderen Verständnis der Alpenküche beitragen. Diese höre für sie nicht bei der gegenüberliegenden Bergkette auf, sondern schliesse die angrenzenden Regionen und ihre kulinarischen Traditionen, wie beispielsweise das Rheintal, mit ein.

Das Einrichten hat begonnen

Den Pächtern steht die erste Saison kurz bevor. «Wir stehen seit der Übernahme mit den Vorgängern in Kontakt und haben wertvolle Ratschläge erhalten», heisst es in der Mitteilung. In der vergangenen Woche hat das zwölfköpfige Team rund um Gastgeberin Melanie Gmünder, einen ersten Transport mit dem Helikopter durchgeführt und mit dem Einrichten sowie Umgebungsarbeiten begonnen.

Damit die Abläufe in der Küche vereinfacht werden, übernimmt die Produktionsküche im ausserrhodischen Bühler eine wichtige Rolle ein. Dort werden einzelne Komponenten der Gerichte vorbereitet.

Denn das neue Team muss sicherlich in dieser Saison noch mit den engen Platzverhältnissen zurechtkommen. Damit hatten die Vorgänger zu kämpfen, weil die Infrastruktur mit der immer wachsenden Touristenanzahl nicht mehr mithalten konnte.

Hier findest du die gesamte Speisekarte.

(red./str)


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