Alles Roger in Rapperswil-Jona?

Die Federers wohnen bald in Rapperswil-Jona.
Die Federers wohnen bald in Rapperswil-Jona. © Keystone/Georgios Kefalas
Der Traum vom Haus am See wird für Roger Federer bald wahr. Ob – wie im Lied von Peter Fox – mit zwanzig Kindern, darüber lässt sich streiten. Fest steht auf jeden Fall: der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona ist begeistert vom Neuzuzug. Wir haben mit ihm gesprochen.

In unmittelbarer Nähe von Zürich vom Flughafen liegt das Grundstück von Roger Federer, welches jetzt definitiv ihm gehört (FM1Today berichtete). Stadtpräsident von Rapperswil-Jona, Martin Stöckling, zeigt sich im Interview begeistert.

Herr Stöckling, Sie erhalten prominenten Zuzug: Roger Federer. Sind Sie begeistert? Wie haben Sie darauf reagiert?
Stöckling: Wir freuen uns natürlich über jede Neuzuzügerin und jeden Neuzuzüger, aber ich denke ein Roger Federer als Neuzuzüger, da haben wir uns gefreut. Wir sind vor allem auch stolz, dass er Rapperswil-Jona als seinen neuen Wohnort nimmt.

Wieso denken Sie, dass er genau Rapperswil-Jona ausgewählt hat?
Das liegt natürlich auf der Hand. Es ist die Lebensqualität, welche in Rapperswil-Jona sehr hoch ist. Es ist einerseits die Lage, wir sind nahe an Zürich, wir sind nahe am Flughafen. Auf der anderen Seite bietet Rapperswil-Jona sehr viel. Die Lage am See ist wunderbar, aber auch das Angebot, das wir mit der Altstadt, mit den Sportmöglichkeiten schaffen, es ist ein Mix, welcher ihn offensichtlich überzeugt hat.

«Wir freuen uns natürlich über jede Neuzuzügerin und jeden Neuzuzüger»

Denken Sie, gibt es einen Aufschwung für die Stadt?
Einen Aufschwung braucht es nicht. Rapperswil-Jona war schon bis jetzt eine begehrte Wohnlage. Ich erinnere zum Beispiel nur an Jorge Lemann (Anm. d. Red.: Lemann ist ein brasilianisch-schweizerischer Investor. Er ist der reichste Brasilianer und der drittreichste Schweizer. Sein Vermögen beträgt zwischen 21 und 22 Milliarden Franken, FM1Today berichtete), welcher seit einigen Jahren hier wohnt. Einen Aufschwung gibt es sicher nicht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Leute, die einen neuen Wohnsitz suchen, sich von dieser Wahl inspirieren lassen und Rapperswil-Jona als künftigen Wohnort anschauen.

Haben Sie Roger Federer im Rahmen des Prozesses schon getroffen?
Nein, ihn persönlich habe ich nicht getroffen. Es ist aber alles sehr professionell, alles sehr gut mit seinen Beratern und seinem Anwalt abgelaufen. Es waren sehr effiziente und freundliche Kontakte. Er selber war aber bisher noch nicht bei mir.

«Die Überbauung ist sehr sorgfältig»

Stadtpräsident Martin Stöckling (Bild: stadtmitzukunft.ch)

Dann hoffen Sie aber, dass er sich im Rathaus persönlich anmeldet?
(lacht) Das liegt selbstverständlich an Herrn Federer. Anmelden muss er sich, aber er kann sich auch über das Internet anmelden, so wie jede andere Neuzuzügerin und jeder andere Neuzuzüger auch. Das ist am Schluss ihm überlassen, ob er das wählen möchte oder lieber persönlich vorbeikommen würde.

Es steht auch schon ein ungefähres Bauvorhaben, eine Bewilligung ist aber noch nicht erteilt?
Doch, die Baubewilligung wurde erteilt. Das ist rechtlich alles in trockenen Tüchern. Es ist ein Bauvorhaben an einem Grundstück am See mit einer doch sehr empfindlichen Situation. Es ist Bauzone – ganz klar – aber es ist doch direkt am See und deshalb ist dort auch das Landschaftsbild, das massgeblich ist. Aber ich kann klar sagen, die Überbauung, welche Herr Federer plant, ist sehr sorgfältig, sehr der Situation entsprechend und auch die Nachbarn sind begeistert vom Bauvorhaben. Auch dort kann man sagen: Alles in allem eine sehr gefreute Sache.

«Ich glaube, kritische Stimmen gibt es immer»

Wissen Sie, was Roger Federer alles auf diesem grossen Grundstück baut?
Das ist Sache von Herr Federer. Dazu möchte ich keine Stellung nehmen. Ich kann nur sagen, es ist ein sehr gefreutes Bauvorhaben, welches er geplant hat. Es ist der Situation angemessen und ich bin sicher, er wird sich dort mit seiner Familie sehr wohl fühlen.

Das Grundstück ist der letzte grosse freie Platz am See, welcher überbaut wird. Gibt es keine kritische Stimmen?
Ich glaube, kritische Stimmen gibt es immer. Aber bei einem Bauvorhaben von dieser Qualität an dieser Stelle, muss man froh sein, dass jemand kommt, welcher sich dessen bewusst ist und des es auch etwas wert ist, dass das Grundstück sehr sorgfältig und auch sehr schön überbaut wird.

«Wir haben noch eine Pendenz»

Gibt es auch bauliche Massnahmen von Seiten der Stadt, welche noch gemacht werden müssen? Ist das Grundstück erschlossen?
Das Grundstück ist vollständig erschlossen. Es war vor Jahren auch schon bebaut gewesen. Wir haben noch eine Pendenz. Im Moment gibt es noch Leitungen, welche quer über das Grundstück laufen. Das ist aber nicht bloss bei Herrn Federer so, sondern bei jedem Grundeigentümer. Diese müssen wir verlegen. Ausserdem haben wir auch noch eine Entwässerung der Strasse, welche wir noch ein wenig verlegen müssen. Danach ist das Grundstück aber bebaubar für den neuen Eigentümer.

Wissen Sie, wann gebaut wird?
Das ist völlig Sache der Bauherrschaft. Die Baubewilligung ist erteilt. Die Bauherrschaft kann jederzeit damit beginnen, aber das ist in ihrem Entscheid, wann sie dies möchte.

(Das Interview führte Marc Hanimann)


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