Alles über die neue FCSG-Saison

Sind bereit für die nächste Saison des FC St.Gallen: Trainer Peter Zeidler, Sportchef Alain Sutter und Präsident Matthias Hüppi (von rechts nach links).
Sind bereit für die nächste Saison des FC St.Gallen: Trainer Peter Zeidler, Sportchef Alain Sutter und Präsident Matthias Hüppi (von rechts nach links). © Michel Canonica/St.Galler Tagblatt
Zum Trainingsstart möchte der FC St.Gallen nicht mehr zurück-, sondern mit einer neu durchmischten Mannschaft vorwärtsschauen. An einer Medienkonferenz informierte der Club über den heutigen Stand und die Zukunft des FCSG.

An der Medienkonferenz am Mittwoch informierten Verwaltungsratspräsident Matthias Hüppi, Sportchef Alain Sutter und Trainer Peter Zeidler über die kommende Saison des FC St.Gallen. Alle wichtigen Informationen sind in diesem Artikel nach Themen gegliedert.

Verlängerung mit Peter Zeidler

Der FC St.Gallen verlängert den Vertrag mit Trainer Peter Zeidler (56) um ein Jahr, so ist er für mindestens drei weitere Jahre an den FCSG gebunden. «Ich freue mich sehr», sagt Zeidler, «ich und meine Frau sind sehr gerne in St.Gallen und ich passe gut zum FC St.Gallen. Es imponiert mir auch, wie ungemein wichtig Fussball in St.Gallen ist.»

Präsident Matthias Hüppi (61) betont, dass der FCSG langfristig planen wolle und er daher «sehr glücklich» sei über die Vertragsverlängerung mit Peter Zeidler. Gerüchten zufolge hatte Zeidler ein Angebot vom FC Basel bekommen. Hüppi geht darauf nicht näher ein und sagt nur, dass die Konkurrenz immer anwesend sei im Fussballgeschäft.

Peter Zeidler freut sich über die Verlängerung seines Vertrags beim FCSG. (Bild: Keystone/Eddy Risch)

«Die vergangene Saison war konstant»

«Natürlich waren wir alle sehr enttäuscht darüber, dass wir die Europa League so knapp verpasst haben», sagt Peter Zeidler. «Das haben wir jetzt aber überwunden. Einmal mehr wurde mir dafür der Zusammenhalt des FCSG bewiesen. Da wo es heikel wurde, haben wir alle zusammengehalten. Ich habe einmal mehr gemerkt, dass der FC St.Gallen ein besonderer Club ist.»

Auch Matthias Hüppi bezeichnet das Zittern um die Barrage als eine grosse Belastung, aber auch eine Zeit, um die Reihen zu schliessen. Den Vorwurf, der FC St.Gallen schwanke zu sehr in seinen Leistungen, kontert Alain Sutter mit Fakten: «Alle sagen, wir hatten grosse Schwankungen, aber das stimmt nicht, wir waren sehr konstant! Wir haben einfach den Durchbruch nach oben nicht geschafft, sind aber auch nicht nach unten gefallen. Die Analyse zeigt uns: Wir haben eine sehr konstante Saison gespielt.»

Die kommende Saison ist ein Umbruch

Matthias Hüppi bezeichnet die neue Saison als einen Umbruch. Die Mannschaft hat viele Abgänge und Neuzugänge und muss sich erst einmal aneinander gewöhnen. Der FCSG wolle daher nicht über die Ziele der nächsten Saison reden, sondern fleissig trainieren und schauen, wie es kommt. Hüppi möchte eine langfristige Strategie mit dem FCSG planen und den Club wieder näher an die Leute bringen, darum gehen die Espen heute Mittwoch zum zweiten Mal auf eine Tour durch die Ostschweiz. «Die internationalen Testspiele gegen Celtic Glasgow und Sporting Lissabon sind Highlights der Tour. Da kann man herausfinden, wo die Mannschaft steht», sagt Hüppi.

Peter Zeidler und Matthias Hüppi im Interview mit TVO:

«Wir haben eine grosse Aufgabe vor uns», sagt Zeidler. «Ich möchte keine Versprechungen über irgendwelche grandiosen Siege machen, aber ich verspreche, dass wir uns einsetzten, dass wir fleissig sind und dass es uns eine Ehre ist, in Grünweiss zu spielen. Die Fans dürfen sich auf die Spiele freuen.»

Der FC St.Gallen beantwortete am Mittwoch diverse Fragen zur neuen Saison. (Bild: FM1Today/Sarah Lippuner)

Die neue Mannschaft muss sich kennenlernen

«Wir haben das Kader im Grossen und Ganzen zusammen», sagt Hüppi, «einzelne Zu- und Abgänge kann es noch geben. Wir wollten eine gute Mischung aus jungen und routinierten Spielern zustande bringen, darum haben wir auch bewusst viele Spieler aus der Nachwuchsmannschaft ins erste Kader geholt. Wir wollen den jungen Spielern eine Chance geben, auch wenn das heisst, dass es schwierige Zeiten in der Meisterschaft geben kann. Gleichzeitig wollten wir auch routinierte Spieler in die Mannschaft holen, von denen die jüngeren profitieren können.»

«Das neue Team muss sich nun erst mal etwas kennenlernen», sagt Zeidler. «Die Stimmung bei den ersten Trainings war gut, die Verbindungen müssen aber noch entstehen. Mein Traum und meine Zielvorstellung ist, dass wir eine richtig verschworene Gemeinschaft werden.»

Die Mannschaft im Detail

«Die Aufstellung für das erste Spiel ist in Planung», sagt Alain Sutter. «Die Nachwuchsspieler sind nicht einfach nur eine Marketingstrategie, ich bin überzeugt, dass sie Einsätze haben werden. Einige haben schon beim Training gezeigt, dass sie gut mithalten können.» Alain Sutter erteilt genauere Informationen zu folgenden Spielern:

Über die Neuzugänge:

  • Mit Neuzugang Vincent Rüfli hatte Alain Sutter von Anfang an einen guten Draht. «Er ist routiniert, hat viel Erfahrung und ist eine interessante Persönlichkeit.»
  • Moreno Costanzos Rückkehr ist eine grosse Freude für den Sportchef. Der Wiler wollte unbedingt wieder bei St.Gallen spielen und ist eine Ostschweizer Identifikationsfigur für den FCSG. Sutter betont jedoch, dass Costanzo nicht mit Tranquillo Barnetta zu vergleichen sei und sie ihn nicht geholt haben, um in dessen Fussstapfen zu treten. Costanzo bringe eine gute Qualität und deshalb habe man ihn zum FCSG geholt, nicht einfach als Barnetta-Ersatz.
  • Der junge Torwart Jonathan Klinsmann habe grosses Potenzial. «Wir sind für gesunde Konkurrenz», sagt Sutter. Stojanovic habe zwar einen Vorsprung, aber wer Stammgoalie sei, könne sich noch ändern. In der nächster Saison wird sein Vater, der frühere deutsche Nationalspieler Jürgen Klinsmann, nach St.Gallen kommen und wohl zum ersten Mal im Kybunpark sein.

Über bestehende Spieler:

  • Musah Nuhu gehört ab kommender Saison fix zum FCSG. «Seine Verletzung brachte die Planung durcheinander.» An seiner Stelle wäre Mosevich eine Option.
  • Nassim Ben Khalifa bleibt Teil des Kaders, Alain Sutter weiss nichts über Angebote anderer Clubs.
  • Milan Vilotics Vertrag wurde um ein Jahr verlängert.

Über die Abgänge:

  • «Vincent Sierro konnten wir leider nicht behalten. Das Angebot von YB war natürlich sehr attraktiv und wir freuen uns auch für ihn, obwohl wir seinen Abgang bedauern.»
  • Andreas Wittwer wurde angeboten, den Vertrag zu verlängern. Er wollte das Ganze jedoch überdenken und hat sich danach für lange Zeit nicht mehr gemeldet. Die Planung des Kaders verläuft daher ohne ihn. «Er ist kein Thema für nächstes Jahr», sagt Sutter.
  • «Der Abschied von Daniel Lopar kam zu kurz und ging im Abschied von Barnetta und dem turbulenten Saisonende etwas unter. Wir sind ihm sehr dankbar für seinen grandiosen Einsatz.»

Über mögliche Transfers:

  • Der brasilianische Mittelfeldspieler Fabiano Alves hat bereits mit dem FCSG trainiert. «Wir würden ihn sehr gerne haben, aber es sind noch nicht alle Details geklärt.» Der 24-Jährige spielte letzte Saison bei Septemvri Sofia.
  • Auch Axel Bakayoko würde man gerne beim FCSG behalten. Der Stürmer spielte letzte Saison leihweise beim FCSG. «Es sieht zurzeit so aus, dass er bei uns bleibt und nicht zu Inter Mailand zurückkehrt, die Details sind aber noch nicht geklärt.»
  • Ausserdem berichtet «Sport Bild», dass Union Berlin an Jordi Quintilla interessiert sei. Unterschrieben ist aber noch nichts.

    Der FCSG gibt zu, dass Daniel Lopars (links) neben jenem von Tranquillo Barnetta unterging. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

Zahlen und Finanzen

Matthias Hüppi ist zufrieden mit den Zahlen der letzten Saison. «Wir haben gut 8000 Saisonabonnements verkauft, das ist am drittmeisten aller Fussballclubs in der Schweiz, darauf können wir stolz sein.» Der Zuschauerschnitt blieb etwa konstant. «Wir wissen aber, dass wir Spiele gewinnen müssen, um die Zuschauer zu behalten», sagt Hüppi. Das Budget für die 1. Mannschaft bleibt gleich wie im letzten Jahr und beträgt 9,7 Millionen Franken.

(sar)


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