Anschlag: Was wir bis jetzt wissen

Für Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte.
Für Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. © Keystone
Mehrere Attentäter eröffneten am Freitagnachmittag (Ortszeit) in zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch das Feuer. Die Extremisten schossen wahllos auf Besucher der Moscheen und töteten mindestens 49 Menschen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Nach bisherigen Stand der Ermittlungen sind 50 Menschen bei einem Angriff auf Moscheen im neuseeländischen Christchurch ums Leben gekommen.
  • Laut Jacinda Ardern, Regierungschefin von Neuseeland, sind weit über 20 Menschen schwer verletzt.
  • Mehrere Täter waren beteiligt, vier Verdächtige wurden bisher festgenommen.
  • Das Attentat war laut den Behörden «gut vorbereitet».
  • Landesweit ist die höchste Terrorstufe ausgerufen worden.

Für Neuseeland ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Die Angriffe waren in der Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Einer der Attentäter hat den Anschlag gefilmt und live auf Facebook gestreamt. Zu Beginn des Videos hört man den Attentäter sagen: «Lasst die Party beginnen.» Die neuseeländische Polizei warnt davor, das Video zu suchen und anzuschauen. Die Bilder seien «extrem erschreckend».

(Bild: Google Maps/ bearb. FM1Today)

Rechtsextremer Terrorist

Beim Mann handelt es sich um einen Australier mit rechtsextremem Hintergrund. Dies wurde von Scott Morrison, dem australischen Regierungschef, bestätigt. Nach offiziellen Angaben wurden bisher vier Verdächtige, darunter eine Frau, festgenommen. Ein Mann Ende 20 wurde wegen Mordes angeklagt. Ob es sich dabei um den Australier handelt, ist unklar, die Polizei bestätigte aber, dass unter den Verhafteten ein Australier sei. Beim Angeklagten wurden mehrere Waffen sichergestellt.

Als Zeichen der Anteilnahme gegenüber Neuseeland hängen die Flaggen in Australien heute auf Halbmast.

Mindestens 49 Tote

Beim Anschlag wurden mindestens 49 Menschen getötet. Mehr als 20 Personen, darunter auch Kinder, sind schwer verletzt. Das Schweizer Aussendepartement EDA bestätigt gegenüber Keystone-SDA, dass unter den Opfern – nach derzeitigem Ermittlungsstand – keine Schweizer sind. Viele der Opfer seien Migranten, twittert Regierungschefin Jacinda Ardern. «Neuseeland ist ihr Zuhause. Sie sind ein Teil von uns.» 41 Personen verstarben in der Al-Noor-Moschee, sieben weitere wurden in der Linwood-Moschee getötet. Eine Person erlag den schweren Verletzungen im Spital.

Regierungschefin ist bestürzt

Es handle sich um einen «aussergewöhnlichen Akt beispielloser Gewalt». Ein solcher habe keinen Platz in Neuseeland, schreibt Regierungschefin Jacinda Ardern. An die Bevölkerung appellierte sie, zuhause zu bleiben. Die Innenstadt von Christchurch war zeitweise abgeriegelt, Schüler durften ihre Klassenräume nicht verlassen, und alle Menschen in Christchurch wurden aufgerufen, nicht auf die Strasse zu gehen. Erst am Abend (Ortszeit) wurde die Sperre aufgehoben. Noch immer herrscht die höchste Terrorstufe in Neuseeland.

Laut Polizei war der Anschlag «gut vorbereitet und durchgeplant». An Autos wurden zwei Sprengsätze gefunden, die mittlerweile entschärft wurden. Am Bahnhof Britomart wurden zwei verdächtige Taschen gesichtet. Der Bahnhof wurde evakuiert und die Taschen sicherheitshalber gesprengt. Der Inhalt der Taschen war aber harmlos.

(nm)


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