Anti-Abtreibungspropaganda in St.Galler Schule

Erzkonservative Propaganda hat an der Schule nichts verloren.
Erzkonservative Propaganda hat an der Schule nichts verloren. © Keystone
In einer Sekundarklasse in der Stadt St.Gallen verbreitet eine Lehrerperson Anti-Abtreibungspropaganda der schlimmsten Sorte im Biologieunterricht. Die Amtsstelle will den Vorfall untersuchen.

Es tönt brutal, was die 14 bis 16 jährigen Schülerinnen und Schüler der Oberstufe Blumenau in St.Gallen im Biologieunterricht zum Thema Abtreibung zu lesen bekommen: «Das Baby wird lebend zerschnitten und stückweise aus der Gebärmutter entfernt. Es sind Fälle bekannt, wo sich das Kind so weit als möglich von der Gebärmutteröffnung entfernt hat, bevor es brutal von einer Zange zerdrückt und zerschnitten wird.»

Wie das «St.Galler Tagblatt» berichtet, werden auf den Unterrichtsblättern auch Vergleiche mit dem Holocaust gezogen: «Weltweit werden jährlich 45 Millionen Kinder abgetrieben. Zum Vergleich: Das Naziregime forderte 55 Millionen.» Begleitet werden die grausamen «Fakten» mit einem christlichen «Brief vom Himmel» eines fiktiven abgetriebenen Fötus.

Die Lehrperson reagierte nicht auf Rückfragen des «St.Galler Tagblatts». Die Verantwortlichen der städtischen Dienststelle Schule und Musik wussten nichts von den Vorgängen. Leiterin Marlis Angehrn sagt: «Es ist in der Tat nicht vorstellbar, dass die von Ihnen geschilderte Art von Sexualkundeunterricht an einer öffentlichen Schule im Jahr 2019 gewünscht oder gar mit dem Lehrplan vereinbar sein kann.» Die Angelegenheit werde untersucht.

Mehr zum Anti-Abtreibungs-Skandal an der St.Galler Oberstufe gibt es im «St.Galler Tagblatt».

(red.)


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