Asbest-Reinigung kostet Millionen

Bei Sanierungsarbeiten im Thurgauer Kulturgüter-Depot in Frauenfeld wurde Anfang 2018 Asbest gefunden. Als Folge davon müssen über 30'000 Objekte durch Spezialisten gereinigt werden (Archivbild)
Bei Sanierungsarbeiten im Thurgauer Kulturgüter-Depot in Frauenfeld wurde Anfang 2018 Asbest gefunden. Als Folge davon müssen über 30'000 Objekte durch Spezialisten gereinigt werden (Archivbild) © KEYSTONE/CHRISTIAN BRUN
Das Depot des historischen Museums Thurgau ist mit Asbest verseucht. Über 30’000 Objekte müssen deshalb von Spezialisten gereinigt werden. Nun haben sich die Versicherung Axa, der das Gebäude gehört, und der Kanton Thurgau über die Kosten geeinigt.

Die Axa bezahlt die Reinigung, die Verpackung und den Transport der Kulturgüter, wie der Kanton und die Versicherung am Freitag mitteilten. Die Kosten liegen im «tiefen einstelligen Millionenbereich», wie es heisst. Nach der Reinigung kommen die Objekte in ein neues Depot. Dies erfolgt auf Kosten des Kantons.

Auf den eingelagerten Kulturgütern des Kantons im Untergeschoss der Liegenschaft war im vergangenen Februar Asbest festgestellt worden. Deshalb müssen sämtliche Einzelstücke vom krebserregenden Stoff gereinigt werden. Dazu wird vor Ort eine spezielle Reinigungszone eingerichtet. Damit sei garantiert, dass kein ungereinigtes Objekt das Gebäude verlasse, heisst es.

Arbeitsplätze wurden verlegt

Laut Marco Sacchetti, Generalsekretär des Departements für Bau und Umwelt, stellen die verunreinigten Objekte einen wichtigen Teil der Thurgauer Geschichte dar. «Wir konnten mit der Axa eine gute Lösung erzielen.» Nach der Reinigung könnten die Objekte wieder bedenkenlos der musealen Nutzung und der Forschung übergeben werden.

Das Asbest war bei Sanierungsarbeiten entdeckt worden. Das betroffene Gebäude in Frauenfeld, das der Kanton von der Axa mietet, wurde umgehend vorsorglich geräumt. Die Arbeitsplätze des Amtes für Umwelt, der Polizei und des Historischen Museums wurden in den Frauenfelder Nachbarort Felben verlegt.

Gesundheitliche Gefährdung nicht ausgeschlossen

Zuerst hatte der Kanton mitgeteilt, dass für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine gesundheitliche Gefährdung bestehe. Nach weiteren Befunden korrigierte der Kanton diese Aussage. Zwar werde das Gesundheitsrisiko aus arbeitsmedizinischer Sicht als relativ gering eingestuft.

Bei einzelnen Personen, die über längere Zeit in den Untergeschossen der Liegenschaft in Archiven und Depots gearbeitet hätten, könne eine gesundheitliche Gefährdung aber nicht mehr vollständig ausgeschlossen werden.

Betroffene bei Suva angemeldet

Da eine Erkrankung meist erst Jahrzehnte nach dem Kontakt mit Asbest-Fasern auftritt, wurden betroffene Mitarbeiter auf ihren Wunsch vorsorglich bei der Suva angemeldet. Die Suva führt eine entsprechende Datenbank, auf welche bei einer späteren Erkrankung zurückgegriffen werden kann.

Bis eine asbestbedingte Krankheit ausbricht, kann es gemäss dem Forum Asbest Schweiz bis zu 45 Jahre dauern. Viele Betroffene leiden an einem bösartigen Tumor im Brust- oder Bauchfellbereich (Mesotheliom). Die Tumore entstehen durch das Einatmen von Asbestfasern.

(SDA)


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