Auf die Abriss- folgt die Aufräumparty

So sah es nach der Abrissparty aus. Jetzt startete der offizielle Abbruch des Hauses.
So sah es nach der Abrissparty aus. Jetzt startete der offizielle Abbruch des Hauses. © TVO/Tobias Lenherr
Eine private Abrissparty am Stadtrand von St.Gallen ist letzten Monat völlig aus dem Ruder gelaufen. Die etwa 100 Partygäste waren dem Zerstörungswahn verfallen – es brannte sogar ein Auto. Das Chaos will auch aufgeräumt werden, weshalb auf die Abriss- die Aufräumparty folgte.

Zerstörte Möbel, eingeschlagene Fenster und ein abgebranntes Auto: Die Abrissparty von P.M. hinterliess ein Bild der Zerstörung. Der Hausbesitzer bat die Partygäste via Whatsapp deshalb um Hilfe beim Aufräumen. Diesem Aufruf zur Aufräumparty folgten beinahe 30 Personen. «Innerhalb von drei Stunden hatten wir zwei Mulden mit Abfall gefüllt», sagt P.M. gegenüber FM1Today.

Die Mulden wurden vom St.Galler Bauunternehmen Dieziger, welches auch für den Abriss des Hauses zuständig ist, zur Verfügung gestellt. Am Donnerstag haben nun die Abrissarbeiten der Fachmänner begonnen. Der Geschäftsführer und Bauleiter des Unternehmens, Adrian Dieziger, war zufrieden mit dem, was er vorfand: «Das Haus war sehr aufgeräumt, als wir mit unseren Arbeiten starteten.» Der Abriss des Hauses wird nun rund drei Wochen andauern.

Umweltschäden wegen abgebrannten Autos

Für die Partygäste ist das Fest somit Geschichte. Nicht so für den Gastgeber und zwei St.Galler Rapper, die an der Party einen Videoclip drehen wollten. Während des Festes wurde Abfall illegal verbrannt. Auch ein Auto stand in Flammen. Dadurch sind giftige Schadstoffe in die Luft gelangt. «Vom Amt für Umwelt habe ich deshalb eine Rechnung von 750 Franken wegen Umweltschädigung erhalten», sagt P.M.

Gastgeber wird zur Kasse gebeten

Damit nicht genug: Die Feuerwehr stellte P.M. weitere knapp 1800 Franken in Rechnung. Der Aushub des kontaminierten Bodens unter dem ausgebrannten Auto wird den Hausbesitzer bis zu 3000 Franken kosten. Von der Polizei hat P.M. ebenfalls eine Rechnung von 1700 Franken erhalten. Lediglich für die Brandstiftung muss sich der Gastgeber nicht verantworten, da nicht klar ist, wer das Auto angezündet hat.

Der Aushub der kontaminierten Erde kann bis zu 3000 Franken kosten. (Bild: zVg)

Die Hip-Hop-Band Geebra hat dem Gastgeber bei den Rechnungen unter die Arme gegriffen. Mit dem Geld, das eigentlich zur Finanzierung ihres neuen Videoclips gedacht war, wurde ein Teil der hohen Rechnungen bezahlt.

Hip-Hop-Band ist nun selbst auf Spenden angewiesen

Mittels Crowdfunding versuchen die Musiker nun, die unvorhergesehenen Ausgaben wieder wett zu machen, damit sie ihr Projekt doch noch vollenden können. «Wir haben sehr coole Aufnahmen von der Party und möchten unseren Traum eines besonderen Videoclips gerne verwirklichen», sagen die beiden Rapper und rufen damit zum Spenden auf.

(nm)


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