Aufstiegsverbot für Otmar und Vaduz

Beim Fussballspiel von FC St.Otmar und dem FC Vaduz kam es zu einer Massenschlägerei. (Symbolbild)
Beim Fussballspiel von FC St.Otmar und dem FC Vaduz kam es zu einer Massenschlägerei. (Symbolbild) © iStock
Bei einem Fussballspiel der B-Junioren zwischen dem FC Vaduz und dem FC St.Otmar kam es Ende Oktober zu einer Massenschlägerei. Der Ostschweizer Fussballverband verhängt nun harte Sanktionen.

Es war ein Spitzenkampf in der zweiten Stärkeklasse, bei dem es um den Aufstieg ging. Vaduz führte früh mit 2:0 und bis zur Halbzeit kam der Schiedsrichter mit Ermahnungen und gelben Karten durch. Doch ab der 58. Minuten lief das Spiel aus dem Ruder. Grobe Fouls, wiederholte Reklamation und ein harter Zweikampf sind nur einige der Verfehlungen, die der Ostschweizer Fussballverband (OFV) in einer Medienmitteilung aufzählt.

Punkteabzug, Spielsperren und Geldbussen

«Der Schiedsrichter war machtlos, als die Zuschauer und die Spieler sich eine Massenschlägerei lieferten.» Die Polizei musste herbei geholt werden. Nun hat die Wettspielkommission des Ostschweizer Fussballverbandes entschieden, dass abgebrochene Spiel mit Null Punkten und Null Toren zu bewerten.

Doch das ist nicht alles: Beiden Mannschaften, die auf Platz eins und zwei der 2. Stärkeklasse liegen, wird der mögliche sportliche Aufstieg in die erste Stärkeklasse auf die Frühjahresrunde verwehrt. Zudem starten sie in diese mit einem Punkteabzug von je 6 Punkten.

Harte Strafen wurden gegen die beiden Trainer und die direkt involvierten Spieler ausgesprochen: Mehrere Suspensionstage, monatelange Sperren und Geldbussen werden verhängt. Der Spieler des FC St.Otmar, welcher die Schlägerei auslöste, wurde bis am 30. Juni 2019 gesperrt.

Inakzeptable rassistische Beleidigungen

Nicht akzeptabel seien auch die rassistische Beleidigung durch einen Spieler des FC Vaduz, welcher bis am 30. Juni 2019 gesperrt wurde. Ebenfalls bis am 30. Juni. 2019 wird der Trainer von St. Otmar suspendiert, «der sich nachweislich vor, während und nach dem Spiel unsportlich verhielt und somit negativen Einfluss auf das Verhalten seiner Mannschaft und das Spiel hatte», wie es in der Medienmitteilung heisst.

OFV spricht von einem Einzelfall

Trotzdem will der OFV den jungen Fussballern den Weg nicht komplett verbauen: «Die Burschen haben einen Fehler gemacht, wir wollen ihnen aber eine zweite Chance geben», sagt Stefan Tanner, Präsident der Wettspielkommission des OFV zu FM1Today.

Weiter hält der OFV fest, dass es sich um einen Einzelfall handle. «Weder der FC Vaduz noch der FC St. Otmar sind mit ihren Junioren Mannschaften je negativ aufgefallen.» Zudem hätten sich beide Vereine bei der Aufklärung kooperativ verhalten.

«Den Entscheid gilt es zu akzeptieren»

Die Vereine, Spieler und Trainer haben die Möglichkeit gegen die Sanktionen das Rechtsmittel zu ergreifen. Die Vereine werden diese Möglichkeit wohl nicht wahrnehmen, wie sie in einer ersten Stellungnahme verlauten lassen. «Der FC Vaduz verurteilt ein solches Verhalten von Spielern, Trainern und Zuschauern nach wie vor aufs Schärfste. Den Entscheid der Wettspielkommission gilt es zu akzeptieren und wir hoffen, dass alle Beteiligten aus diesem Vorfall etwas lernen», schreibt der Verein aus Liechtenstein in einer Mitteilung. St.Otmar bläst ins gleiche Horn. «Der FC St.Otmar toleriert ein solches Verhalten seitens Zuschauer, Trainer und Spieler nicht und wir verurteilen die Vorkommnisse aufs Schärfste», sagt Michael Disch, Juniorenobmann bei St.Otmar und ergänzt: «Unser Verein wird sämtliche Sanktionen des OFV akzeptieren».

Kritik an den Medien

Ausserdem kritisiert Disch die einseitige Medienberichterstattung von Ende Oktober. Durch ein Interview mit dem gegnerischen Trainer sei suggeriert worden, dass es sich bei den prügelnden Zuschauern ausschliesslich um mitgereiste Anhänger des FC St.Otmar-St.Gallen handelte. «Tatsache ist, dass sich von Otmar-Seite zwei Personen von der Tribüne unberechtigt auf das Spielfeld begeben haben und in die dortigen Zwischenfälle verwickelt wurden». Die restlichen St.Galler Anhänger seien auf der Tribüne geblieben.

(red.)


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