Ausgelaufene hat kaum Auswirkungen

Die ausgelaufene Börsenäquivalenz hat kaum Auswirkungen. (Archiv)
Die ausgelaufene Börsenäquivalenz hat kaum Auswirkungen. (Archiv) © KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Der Verlust des Zugangs der Schweizer Börse zu den europäischen Finanzmärkten hat vorerst kaum Auswirkungen auf den Handel mit Schweizer Aktien. So zumindest sind Aussagen aus Händlerkreisen zu deuten.

Per heutigem 1. Juli ist die Schweizer Börsenregulierung nicht mehr gleichwertig zur europäischen. Damit wird Marktteilnehmern aus der EU der Aktienhandel an der Schweizer Börse verboten. Der Bundesrat hat daher mit Gegenmassnahmen reagiert und verbietet den Handel von Schweizer Aktien in der EU.

In Zürich hat die neue Regelung bisher kaum einen Einfluss auf den Aktienhandel. «Die von der Politik getroffenen Entscheide haben keinen Einfluss, die Volumen sind auch nicht gestiegen», sagte ein Händler in Zürich. Bei einer Privatbank hiess es dazu, es sei «keine grosse Sache und es sei ruhiger als gedacht». Eine Stimme äusserte sich immerhin dahingehend, dass die neuen Regeln «allenfalls leicht positiv» für die Börse in der Schweiz seien. Einen Einfluss auf die gehandelten Volumina habe aber sicherlich auch der Umstand, dass heute der erste Handelstag des neuen Monats, bzw. des zweiten Semesters sei.

Die aktuellen Tagesdaten der Schweizer Börse, die so genannte Intraday Activity, zeigen denn auch bis am Mittag lediglich eine leicht überdurchschnittliche Handelsaktivität an der SIX mit Schweizer Aktien. So liegt der Umsatz mit Schweizer Bluechips um die Mittagszeit bei gegen 1,2 Milliarden Franken.

Ob der leicht erhöhte Umsatz eher dem Semesterbeginn, der aufgehobenen Börsengleichwertigkeit zwischen der EU und der Schweiz oder einfach der im Anschluss an den G20-Gipfel freundlichen Stimmung geschuldet ist, bleibt daher offen. Alle drei Faktoren dürften wohl einen gewissen Einfluss haben.

Bereits im Vorfeld hatte sich die Börsianer in diesem Zusammenhang relativ gelassen gezeigt. «Wir sind ziemlich entspannt», sagte stellvertretend ein Händler einer auf die Schweiz konzentrierten Bank. «Es wird wohl nichts passieren. Vielleicht gewinnt die Schweizer Börse SIX dadurch wieder etwas mehr Schwung.» Das Verbot könnte dazu führen, dass der Umsatz, der vorher an ausländischen Börsenplätzen getätigt worden sei, nun über die Schweiz abgewickelt werde und dadurch etwas zunehmen könnte.

Auch im Ausland dürfte das neue Regime kaum hohe Wellen werfen. Das Volumen des Handels mit Schweizer Aktien sei gering, so dass man auch keine Einschätzung machen könne, hiess es aus Marktkreisen in Frankfurt dazu. Und ein Sprecher der Börse in London sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, dass es zu früh sei, um Aussagen im Zusammenhang mit Schweizer Aktien zu machen. Von der Börse in Paris war bisher keine Stellungnahme erhältlich.

(SDA)


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