«Es gibt keinen taktischen Nachteil»

Von Stefanie Rohner
Der Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, Hanspeter Krüsi, war zuerst skeptisch, nun aber begeistert von den neuen Fahrzeugen.
Der Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, Hanspeter Krüsi, war zuerst skeptisch, nun aber begeistert von den neuen Fahrzeugen. © FM1Today/Stefanie Rohner
Die Kantonspolizei St.Gallen setzt auf Elektroautos: In den kommenden Tagen werden die fünf neuen elektronischen Patroullienautos im Polizeidienst eingesetzt.

«Zuerst war ich sehr skeptisch. Aber als ich das erste Mal fahren konnte, war ich überrascht, wie viel Schub das Auto hat. Diese Autos sind sehr leistungsstark. Die Autos sind fortschrittlich und das passt zu uns», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Die Kantonspolizei setzt fünf elektrische Patrouillenautos der Marke Hyundai Kona EV ein. Hinzu kommen acht zivile Polizeiautos derselben Marke.

Ist das Auto voll aufgeladen, hat es eine Reichweite von 480 Kilometern. «Wir rechnen grosszügig mit 100 Kilometern weniger, da heizen und kühlen natürlich auch Energie benötigen», sagt Jakob Schläpfer, Leiter der Kantonspolizeigarage.

«Ökologischer Aspekt schon lange ein Thema»

Eine Reichweite von 380 Kilometern reiche vollkommen für eine normale Diensttour der Gemeinde- oder Stadtpolizei. In den kommenden eineinhalb Jahren will die Kantonspolizei rund fünfzehn weitere beschriftete und zivile Elektroautos in ihre Fahrzeugflotte aufnehmen.

«Uns ist wichtig, dass wir einen tiefen CO2-Ausstoss haben. Der ökologische Aspekt ist bei uns schon lange ein wichtiges Thema», sagt Krüsi.

Bei der Fahrzeugbeschaffung hat die Kantonspolizei deshalb darauf geachtet, welche Alternativen es zu Diesel- und Benzin-Autos gibt. Eine handvoll Hybridfahrzeuge sind ebenfalls Teil der Fahrzeugflotte.

Keine Verfolgungsjagd mit dem Elektroauto

Eingesetzt werden die Autos vorwiegend auf den Polizeistationen der Stadt und in den Gemeinden, wo nicht so viele Kilometer zurückgelegt werden.

«Für eine Verfolgungsjagd setzen wir die Elektroautos aktuell nicht ein, aber die Autos bringen keinen taktischen Nachteil für uns. Wenn ich weiss, dass ich 100 Kilometer zurücklege und vor Ort Zeit habe, lade ich das Auto vorsichtshalber auf, da ich nicht weiss, wo der nächste Einsatz ist», sagt Krüsi.

So sei jeder Einsatz möglich, die Beamten müssen mit den Elektroautos einfach vorausschauend sein. Ladestationen gebe es auf genügend Stützpunkten im Kanton. «Es wird nie passieren, dass ein Polizeiauto stehen bleibt, weil es keinen Strom mehr hat», sagt Krüsi.

Sollte es einmal zu einem Totalausfall des Stromnetzes kommen, ist die Kantonspolizei nicht aufgeschmissen. «Nur rund zehn Prozent der Fahrzeuge sind elektronisch, der Rest der Flotte fährt noch immer mit Benzin oder Diesel», sagt Krüsi.

Mikrofone sind ausgeschaltet

Was die Kantonspolizei akribisch abklären musste, waren die Fragen zum Datenschutz. Die Autos sind mit Kameras, Mikrofonen und Navigationsgeräten, die den aktuellen Standort jederzeit feststellen, ausgestattet. Das wurde bei den Polizeiautos ausgeschaltet, ebenso wie die Mikrofone.

«Der Server, auf dem diese Navigationsdaten sind, steht nicht bei uns, sondern bei einer Firma. Wir wollen aber natürlich nicht, dass jemand Einblick hat, wo die Autos gerade im Einsatz sind. Das konnten wir mit den Technikern alles einwandfrei einrichten», sagt Krüsi.


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