Baby-Tiger musste eingeschläfert werden

Die zwei gesunden jungen Tiger beim Spielen.
Die zwei gesunden jungen Tiger beim Spielen. © zVg
Einer der jungen drei Tiger, die vor zwei Monaten in Gossau zur Welt gekommen sind, war nicht überlebensfähig. Er musste am Mittwochmorgen eingeschläfert werden, da er an einer angeborenen Fehlentwicklung litt.

Diese Fehlentwicklung beeinträchtige den kleinen Tiger so stark, dass sich die Tigermutter Julinka nicht mehr ausreichend um ihn kümmern konnte. Schon länger fiel dem Zoopersonal auf, dass sich das Tigerli nicht gleich entwickelte wie die anderen. Es hatte Mühe, das Gleichgewicht zu halten und fiel deshalb beim Gehen immer wieder um. Es stürzte aus der Höhle, in der es geboren wurde und konnte nicht klettern oder wackelte immer mit dem Kopf.

Mutter sah keine Überlebenschancen

«Wir vermuten ein angeborenes Problem im Kleinhirn», sagt die Zoodirektorin Karin Federer. Die genaue Ursache sei aber trotz Untersuchung noch nicht klar.

Das kleine Tigerli blieb ständig in der Höhle, während die anderen Tiger-Babys mit der Mutter klettern lernten oder die Anlage kennen lernten. Der angeschlagene Tiger rief immer nach seiner Mutter: «Ab einem gewissen Punkt hat die Mutter nicht mehr darauf reagiert und ihn manchmal einen halben Tag lang nicht gepflegt», so Karin Federer. Die Mutter habe offenbar schon keine Überlebenschancen mehr gesehen und hätte ihn auch in der Natur sich selbst überlassen, was bei einem Angriff eines anderen Raubtier dessen Tod bedeutet hätte.

«Entscheid fiel uns schwer»

Den Tigerexperten des Zuchtbuchs und den Verantwortlichen des Walter Zoos blieb nichts anderes übrig, als den stark beeinträchtigten Tiger am Mittwochmorgen einzuschläfern. «Der Entscheid fiel uns extrem schwer. Doch konnte in den letzten Tagen auch klar festgestellt werden, dass das Jungtier zu wenig Milch von der Mutter bekommt und an Gewicht verloren hat.»

Dass der Tiger von Hand aufgezogen wird, das kam für die Verantwortlichen nicht in Frage. Da diese Haltung nicht artgerecht wäre und der Tiger später nicht mit Artgenossen zusammengeführt werden könnte. «Bei ersten Begegnungen zwischen Tigern geht es sehr rabiat zu und her – da müsste sich ein Tier wehren können, um zu überleben», so Federer. Der eingeschläferte Tiger wird nun genauer untersucht.

Den beiden anderen Tigern geht es gut.

(red.)


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