Kein Land erreicht bis 2030 Geschlechter-Gleichstellung

Die deutsche Familienministerin Franziska Giffey fordert am Equal Pay Day gleiche Löhne für Mann und Frau. Laut einem Bericht der Nichtregierungsorganisation Equal Measures erreicht kein Uno-Mitgliedstaat bis zum Jahr 2030 eine Gleichstellung der Geschlechter. (Symbolbild)
Die deutsche Familienministerin Franziska Giffey fordert am Equal Pay Day gleiche Löhne für Mann und Frau. Laut einem Bericht der Nichtregierungsorganisation Equal Measures erreicht kein Uno-Mitgliedstaat bis zum Jahr 2030 eine Gleichstellung der Geschlechter. (Symbolbild) © KEYSTONE/EPA/HAYOUNG JEON
Kein Uno-Mitgliedstaat erreicht bis zum Jahr 2030 eine Gleichstellung der Geschlechter. Das geht aus einem Bericht der Nichtregierungsorganisation Equal Measures 2030 hervor, der am Dienstag in Kanada vorgestellt wurde.

Die Gleichstellung der Geschlechter ist eines der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die 2015 alle Uno-Mitgliedstaaten verabschiedet hatten und die bis 2030 erreicht sein sollen.

Die Organisation untersuchte die Lage von Frauen in 129 Ländern. Kriterien waren dabei etwa, ob die Politik gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen sowie Praktiken wie die Kinderehe und weibliche Genitalverstümmelung vorgeht.

«Von den 129 untersuchten Ländern hat keines das Versprechen der Gleichstellung der Geschlechter vollständig erfüllt», heisst es in dem Bericht. Kein Staat erreiche einen «exzellenten» Wert von 90 Punkten oder mehr. Dänemark liege mit 89,3 Punkten an der Spitze.

«Noch beunruhigender ist für mich, dass 1,4 Milliarden Frauen und Mädchen in Ländern leben, die nur einen sehr schlechten Wert erreicht haben», sagte Alison Holder von der Nichtregierungsorganisation auf einer Konferenz im kanadischen Vancouver.

Wohlhabende Nationen wie Finnland, Schweden, Norwegen und die Niederlande haben demnach die grössten Fortschritte gemacht. Arme oder politisch instabile Länder wie der Tschad, die Demokratische Republik Kongo, Jemen und Niger fielen hingegen zurück.

Es gebe jedoch auch gute Nachrichten, selbst in ärmeren Ländern, sagte Holder. So sei etwa der Senegal näher an einer paritätischen Besetzung seines Parlaments als Dänemark. Dabei sei das Bruttoinlandprodukt des afrikanischen Landes 56-mal kleiner.

(SDA)


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