Bernal holt sich den Tour-Sieg

Egan Bernal mit der Siegertrophäe
Egan Bernal mit der Siegertrophäe © KEYSTONE/URS FLUEELER
Der Gesamtsieger der 83. Tour de Suisse heisst Egan Bernal. Der Kolumbianer beweist an der Schweizer Rundfahrt, dass er zu den prägenden Figuren des Radsports werden könnte.

Vor einem Jahr hatte Bernal an der Tour de Romandie seinen ersten Erfolg auf Stufe World Tour realisiert und den Gesamtsieg nur um acht Sekunden verpasst. Nun feierte er – wieder in der Schweiz – seinen bisher bedeutendsten Triumph, ohne je eine Schwäche gezeigt zu haben. Bernal ist erst der zweite Fahrer aus Kolumbien nach Miguel Angel Lopez im Jahr 2016, der die Tour de Suisse gewinnt.

Bernal, der im Frühling bereits die Fernfahrt Paris – Nizza hatte für sich entscheiden können, freute sich enorm über seinen Sieg, mit dem er in seiner Entwicklung einen weiteren wichtigen Pflock einschlug. «Die Tour de Suisse ist das viertwichtigste Rennen der Welt. Schon das zeigt, wie wichtig für mich dieser Sieg ist. Der Erfolg gibt mit viel Vertrauen für die Zukunft», so der erst 22-Jährige aus Bogota, der für das britische Erfolgsteam Ineos (ehemals Sky) fährt.

Die Grundlage für den Gesamtsieg legte Bernal in der 6. Etappe auf dem Weg nach Flumserberg, als er aus der Favoritengruppe heraus attackierte und ihm keiner folgen konnte. Dank seinem 2. Rang in der Tageswertung übernahm er das Leadertrikot, das er bis am Ende nicht mehr hergab. Seinen Status als stärkster Fahrer der Rundfahrt zementierte er am Tag danach mit seinem Solosieg auf dem Gotthardpass.

Sein einziger ernsthafter Konkurrent, der Australier Rohan Dennis, versuchte vergeblich, Bernal in Bedrängnis zu bringen. Doch sowohl im Zeitfahren vom Samstag, der eigentlichen Spezialdisziplin von Dennis, als auch bei der Alpenetappe vom Sonntag wehrte der Südamerikaner alle Angriffe des erstaunlich starken Dennis’ ab. Am Ende verwies Bernal den Australier im Schlussklassement um 19 Sekunden auf Platz 2. Dritter wurde mit einem Rückstand von 3:04 Minuten der Österreicher Patrick Konrad.

Bernal, der als drittjüngster Sieger in die Annalen der Tour de Suisse eingeht, gilt schon länger als das grösste Talent des Radsports. 2018, in seiner ersten Saison auf höchster Stufe, gewann er nicht nur eine Etappe an der Tour de Romandie, sondern erwies sich bereits als bärenstarker Edelhelfer seiner Teamkollegen Geraint Thomas und Chris Froome an der Tour de France.

Apropos Tour de France: Bei der in zwei Wochen beginnenden Frankreich-Rundfahrt ist Bernal wieder als Leutnant von Geraint Thomas vorgesehen. Nach dem Sturz des eigentlichen Leaders und dessen Out an der Tour de Suisse sowie nach der starken Vorstellung ist aber auch denkbar, dass Bernal bei Ineos schon jetzt die Leaderrolle übernehmen könnte. Ohnehin scheint es nur eine Frage der Zeit, bis Bernal auch das wichtigste Radrennen der Welt für sich entscheiden wird.

(SDA)


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