Blumenwies nimmt erste Hürde

Das Blumenwies soll renoviert und ausgebaut werden.
Das Blumenwies soll renoviert und ausgebaut werden. © Tagblatt/Ralph Ribi
Der St.Galler Stadtparlament hat entschieden: Das bald 45-jährige Hallenbad Blumenwies wird saniert und erweitert. Der Verpflichtungskredit von über 1,5 Millionen Franken wurde im Stadtparlament praktisch durchgewunken.

Das war eindeutig: Das St.Galler Stadtparlament hat am Dienstagabend mit 54 zu null Stimmen und drei Enthaltungen einem Verpflichtungskredit von 1’539’000.- Franken zugestimmt. Damit soll ein Projektwettbewerb und die Ausarbeitung für die Sanierung und Erweiterung des Hallenbads Blumenwies finanziert werden. Kritische Stimmen gab es aus der CVP/EVP-Fraktion. Der Kredit von 1,5 Millionen sei «etwas hoch», heisst es im Liveticker des St.Galler Stadtparlaments.

Mehr Wasserfläche

Das Hallenbad Blumenwies wurde letztmals vor 23 Jahren saniert und erweitert. «Das Angebot deckt zunehmend nicht mehr die heutigen Bedürfnisse der Badegäste ab», sagt Markus Buschor, Direktor Bildung und Freizeit. St.Gallen habe mit dem Blumenwies und dem Volksbad zu wenig Wasserfläche für den Schwimm- und Badesport. Das soll sich ändern.

«Es besteht ein baulicher und betrieblicher Handlungsbedarf», sagt Buschor. Nun soll das Blumenwies endlich erneuert werden. Allerdings gibt es, wie bereits früher schon erwartet, keine 50-Meter-Bahn.

Unterhalt für 50-Meter-Bahn zu teuer

«Die Unterhaltskosten für eine solche Bahn ist über die Jahre hin viel zu teuer, deswegen haben wir entschieden, dass es keine 50-Meter-Bahn geben wird», sagt Buschor. Die hohen Kosten sind deshalb ein Problem, weil in den nächsten Jahren rund 70 Millionen Franken in weitere Bauprojekte der Stadt investiert werden sollen.

«Es wäre ideal gewesen, eine solche Bahn bieten zu können. Aber wir entschieden, dass dies aufgrund anderer Investitionen nicht möglich ist, da der Kosten-Nutzen-Faktor nicht stimmt», sagt Maria Pappa, Direktion Bau und Planung.

Das neue Schwimmbecken wird 13 Bahnen mit je 25 Metern Länge haben. Heute gibt es lediglich fünf Bahnen.

Hilfe von Wassersportlern

Wassersportler fordern schon lange eine Erweiterung des Hallenbads. Die IG Blumenwies hat sich 2013 gegründet und besteht aus verschiedenen Wassersportvereinen. «Sie haben nicht einfach eine Petition eingereicht und Forderungen gestellt, sondern haben ihr Wissen in das Projekt einfliessen lassen und aktiv mitgearbeitet. Das hat uns sehr geholfen», sagt Buschor. Mit den Plänen zur Sanierung und Erweiterung seien die Vereine einverstanden.

Auch im Wellnessbereich wird aufgestockt. Es ist ein neues Warmwasser-Aussenbecken mit Sitz- und oder Liegebänken, Sprudel und Massagedüsen geplant. Der Innen- und Aussenbereich der Saunalandschaft wird erneuert und vergrössert.

Sport wichtiger als Wellness

«Wir legen den Schwerpunkt aber nicht auf Wellness. Das Blumenwies soll vor allem ein Sportbad sein. Natürlich dürfen aber auch der Spass und die Erholung nicht zu kurz kommen», sagt Buschor. Er spricht von einem magischen Dreieck: Sport, Spass, Wellness.

Am Standort wird nicht gerüttelt, es wird jedoch mehr Fläche benötigt. Die Erweiterung wird nach Süden in Richtung des Parkplatzes erfolgen.

Abstimmung im Jahr 2020

Für den Projektwettbewerb, der die Ausarbeitung eines Vorprojektes mit Kostenermittlung beinhaltet, wurde ein Kredit über 1,539 Millionen Franken angenommen. Das Siegerprojekt soll im Frühjahr 2019 bestimmt werden, voraussichtlich wird das Stimmvolk im Jahr 2020 über die Sanierung und Erweiterung entscheiden können.

«Wenn alles gut kommt, haben wir Mitte oder Ende 2025 ein saniertes und erweitertes Hallenbad», sagt Pappa. Sollten die Bauarbeiten starten, wird es ein Provisorium im Lerchenfeld geben, damit Schulklassen und Vereine weiterhin schwimmen gehen können.

Laut Buschor und Pappa gibt es auch im Volksbad Handlungsbedarf. Dort arbeitet man aber erst Pläne aus, wenn jene des Blumenwies in trockenen Tüchern sind.

(red.)


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