Boot auf Rhein gekentert

Wegen des gesunkenen Flachbootes gab es eine unnötige Suchaktion.
Wegen des gesunkenen Flachbootes gab es eine unnötige Suchaktion. © Kapo TG
Ein Flachboot mit vier Personen an Bord kollidierte am Freitagabend in Diessenhofen mit einer Wiffe und sank. Die beiden 70- und 64-jährigen Schiffsführer konnten sich mit ihren Frauen selbständig ans Ufer retten, liessen aber das Boot zurück. Es folgte eine unnötige Suchaktion.

Die vier Personen befanden sich gegen 19.40 Uhr am Freitag auf dem Rhein in Richtung Diessenhofen. Oberhalb Schupfen kollidierte der Weidling (Flachboot) mit einer Wiffe (Schifffahrtszeichen) und zerbrach. Die zwei Männer und zwei Frauen konnten sich selbständig ans Ufer retten. Alle blieben unverletzt. Sie meldeten ihren Unfall beim Restaurant Schopfen und gingen anschliessend nach Hause. «Dieses Verhalten war absolut inkorrekt», sagt Christa Altwegg, Mediensprecherin der Kantonspolizei Thurgau. Die Schiffsführer hätten den Unfall bei der Polizei melden müssen.

Grosse Suchaktion nach über Bord gegangenen Personen

Anwohner auf beiden Seiten des Rheines beobachteten den Unfall, bekamen aber nicht mit, dass sich die Personen alle retten konnten. So wurde in Deutschland und der Schweiz Alarm geschlagen. Es folgte eine aufwändige Suchaktion mit vielen Einsatzkräften, die über eine Stunde andauerte. Daran beteiligt waren Funktionäre der Kantonspolizei Thurgau, der Schaffhauser Polizei sowie dem Polizeipräsidium Konstanz. Die Polizeikräfte rückten unter anderem mit mehreren Booten und Tauchern aus.

Schiffsführer werden angezeigt

Sie erhielten Unterstützung von den Pontonieren Diessenhofen, der Feuerwehr Diessenhofen sowie von Deutschen Rettungswagen, Notarzt, Sanitätern und der freiwilligen Feuerwehr Gailingen. Alleine die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rückte aus mit 16 Mann, zwei Tauchern, fünf Fahrzeugen, drei Booten und einem Helikopter.

Erst später meldete sich dann einer der beiden Schiffsführer und die Suche wurde eingestellt. Da die beiden Schiffsführer den Unfallort einfach verlassen haben, werden sie bei der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen angezeigt – auch wegen nicht beherrschen des Fahrzeugs. Die einzelnen Wrackteile des Weidlings wurden geborgen, der Sachschaden beträgt mehrere tausend Franken.

Die Kantonspolizei Thurgau warnt in diesem Zusammenhang einmal mehr vor den Gefahren des Hochrheins. Schwimmer und Benutzer von Wasserfahrzeugen sollten jederzeit aufmerksam sein, frühzeitig reagieren, Schwimmwesten tragen und genügend Abstand zu Hindernissen wie Wiffen, Brückenpfeilern oder Kursschiffen halten. Mehr Infos gibt es hier. Nach Unfällen sollen sich Beteiligte bei der Polizei melden, um Suchaktionen zu vermeiden.
(Kapo TG/red.)

 


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