Bund kürzte über 7000 Bauern wegen Verstössen die Direktzahlungen

Raus auf die Weide: Kühe dürfen nicht nur im Stall gehalten werden. Wer bei den Aufzeichnungen schummelt, muss auf einen Teil der Direktzahlungen verzichten. (Archivbild)
Raus auf die Weide: Kühe dürfen nicht nur im Stall gehalten werden. Wer bei den Aufzeichnungen schummelt, muss auf einen Teil der Direktzahlungen verzichten. (Archivbild) © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Der Bund hat im vergangenen Jahr 7145 Landwirtschaftsbetrieben die Direktzahlungen gekürzt, weil sie gegen die Vorschriften verstiessen. In zahlreichen Fällen ging es um Tierwohl oder Tierschutz – etwa den Auslauf für Kühe.

Damit sind rund 16 Prozent der subventionierten Betriebe die Direktzahlungen gekürzt worden, wie die «Sonntagszeitung» berichtete. Das Wirtschaftsdepartement WBF bestätigte gegenüber Keystone-SDA die Zahlen des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW). Demnach sind im Jahr 2017 rund 2,8 Milliarden Franken an Direktzahlungen an über 45’000 Betriebe bezahlt worden.

Das BLW erfasst die Schwere der Verstösse nicht. Es stellt aber fest, dass es bei jeder zweiten Kürzung um das Tierwohl oder den Tierschutz ging. Dies kann beispielsweise den vorgeschriebenen Auslauf für Kühe betreffen.

So sind den 7145 Betrieben insgesamt 7,9 Millionen Franken gestrichen worden. In leichteren Fällen – etwa wenn ein Landwirt ein Dokument nicht vollständig ausfüllt – werden 100 oder 200 Franken abgezogen. Wird hingegen ein ganzes Programm nicht erfüllt, können die gesamten Zahlungen zurückgefordert werden.

Von der «Sonntagszeitung» kontaktiert, beurteilten Bauernverband und Tierschützer die Zahlen unterschiedlich. Während der Verband von überwiegend Bagatellfällen ausgeht und den bürokratischen Aufwand für Aufzeichnungen kritisiert, geht die Stiftung für das Tier im Recht auch von schweren Verstössen aus.

(SDA)


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