«Champions League» der Influencer in Davos

«Champions League» der Influencer in Davos
© Im Sommer machen sich Influencer in Davos an die Arbeit.
Der «Switzerland Tourism Influencer Summit», eine Art Influencer-Klassentreffen, findet dieses Jahr in Davos statt. Die Stadt erhofft sich davon eine tolle Werbewirkung. Ein Selbstläufer ist das aber nicht: Die 30 geladenen Influencer aus der ganzen Welt wollen etwas geboten bekommen.

Influencer zu werden, ist heutzutage bei manchen Jugendlichen der Berufswunsch Nummer eins. Wenn man sich die Social-Media-Profile dieser Stars mit den Millionen Follower so ansieht, ist das verständlich: Toll aussehen und gratis Luxusartikel zugeschickt bekommen, für die man dann halt Werbung macht. Oder noch besser: Um die Welt fliegen und ab und zu eine Story posten. Das ist zumindest das Bild, dass viele im Kopf haben, wenn es um Influencer geht. Ganz so einfach ist deren Job natürlich nicht. Hinter Fotos steckt oft eine stundenlange Vorbereitung, Texte müssen geschrieben und Videos gedreht und geschnitten werden. Auf eine ganze Meute solcher hart arbeitender Influencer hofft die Stadt Davos als Austragungsort des zweiten «Switzerland Tourism Influencer Summit».

«Highlights zu zeigen, reicht nicht aus»

Davos hat sich für das grosse «Influencer-Treffen» beworben und für dieses Jahr den Zuschlag von Schweiz Tourismus erhalten. Den gab es aufgrund des für die Influencer zusammengestellten Programms, sagt Samuel Rosenast, Leiter der Kommunikationsabteilung von Davos Tourismus. Aber wie funktioniert das genau? Werden da 30 Touristen, die konstant mit der Selfiekamera ihres Handys sprechen, durch Davos Klosters geführt? «So einfach ist es nicht. Wir müssen schon ein sehr attraktives Programm bieten, mit Hintergrundgeschichten zu Davos-Klosters. Einfach nur die Highlights zu zeigen, reicht nicht aus», sagt Rosenast. Dabei sollen natürlich die Stärken des Orts hervor gehoben werden – etwa die Mountainbike-Strecken oder schöne Wanderungen.

Die besten Influencer der Welt

Dabei müssen nicht alle Internet-Stars bei sämtlichen Aktivitäten mitmachen. Es wird verschiedene Programme geben – den verschiedenen Gruppen an Influencern entsprechend. Diese werden von Schweiz Tourismus überprüft und ausgewählt. «Wir sind nicht an Influencern interessiert, die möglichst alles abdecken wollen, sondern eher auf solche, die spezialisiert sind», sagt Samuel Rosenast. Wer das genau kommen wird ist nocht nicht klar, laut Veranstalter sollen sich aber die Besten der Besten darunter befinden: «Wie uns gesagt wurde, sind das vielleicht sogar die bekanntesten Influencer der Welt. Da wird nur die Champions-League eingeladen.»

Ein Blick auf die Teilnehmerliste des ersten «Switzerland Tourism Influencer Summit» in Montreux zeigt: Die Followerzahl der geladenen Influencer bewegt sich von einigen tausend bis etwa 1,2 Millionen. Rein an den Follower-Zahlen gemessen sind das sicher nicht die Besten (@chiaraferragni hat zum Beispiel 16 Millionen Follower, ein Sport-Star wie Cristiano Ronaldo sogar 150 Millionen) Allerdings bedienen Influencer wie @cosmokoala, teeneegee oder @ben.wurmser (Schweizer Influencer letztes Jahr in Montreux) alle ein Spartenpublikum – liefern also Inhalte zu speziellen Themen, wie zum Beispiel Wandern, Architektur oder Naturfotografie. Ihr Einfluss innerhalb dieser Sparte darf nicht unterschätzt werden – und schlussendlich leitet sich der Wert eines Influencers ja auch davon ab, wie sehr er oder sie effekttiv beeinflussen kann und nicht von der Zahl an Personen (oder Bots), die irgendwann mal auf «folgen» gedrückt haben.

(thc)


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