Churer Fest ohne Zigeunerspiesse?

Die Polizei war am Churer Fest verstärkt präsent sein.
Die Polizei war am Churer Fest verstärkt präsent sein. © FM1Today/Kevin Suter
Das Churer Fest ohne Zigeunerspiesse ist fast wie das Churer Wappen ohne den Steinbock. Allerdings könnte dies in diesem Jahr Realität werden. Das Feuerverbot macht den Ausstellern einen Strich durch die Rechnung.

In gut einer Woche strömen wieder Feierfreudige in die Alpenstadt wenn das Churer Fest ruft. Drei Tage lang herrscht Ausnahmezustand in der Stadt und alle freuen sich auf die altbekannten Gesichter, Genüsse und Geschmäcker. Einer davon könnte in diesem Jahr aber ausbleiben: Der Duft von frisch grillierten Zigeunerspiessen. Dies, weil das absolute Feuerverbot den Vereinen einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Spiesse sind wichtigste Einnahmequelle

Schon seit dem 23. Juli herrscht in der ganzen Stadt ein absolutes Feuerverbot. Dieses gilt bis auf Widerruf, also mindestens bis es mehrere Tage regnen würde. Das heisst, auch Feuer- und Holzkohlegrills sind von dem Verbot betroffen. Für die Anbieter von Zigeunerspiessen, Cervelats und Co. ist dies in den Tagen des Churer Fests eine unerfreuliche Weisung. Diese machen an diesem Wochenende für einige der Aussteller die wichtigste Einnahmequelle aus.

Gegenüber der Südostschweiz sagt Stadtrat Tom Leibundgut, dass man sich der Problematik bewusst sei, nur aufgrund des Stadtfestes das Feuerverbot aber nicht aufheben könne. Das wäre aufgrund der vielen Besucher und alten Gebäude im Stadtkern unverantwortlich und gefährlich. Für die Standbetreiber gibt es aber noch eine Alternative. Diese könnten von Holzkohle auf Gasgrills ausweichen. Ob die Spiesse, auf diese Art zubereitet, gleich viele Kunden anlocken werden, wird sich zeigen.

«Jetzt stellen wir uns quer»

Der Verein AC Metallbau Pezarelli zieht deshalb die erste und letzte Konsequenz in Sachen Churer Fest 2018. Der Verein wird dem Fest komplett fernbleiben, sagt Gianni Facella, der für Bau und Logistik verantwortlich ist. «Wir wollten eine Metallkonstruktion auf dem Grill anbringen, damit keine Funken sprühen. Man ist uns dabei aber keinen Millimeter entgegengekommen. Jetzt stellen wir uns selber quer.» Die Zigeunerspiesse hätten beim Verein jeweils fast drei Viertel der Einnahmen ausgemacht. Auf diese muss nun in diesem Jahr verzichtet und die Mitgliederbeiträge erhöht werden. Ausserdem hat der Verein bereits die Churer-Fest-Bändel gekauft, welche sie an ihrem Stand verkauft hätten. Ob sie das Geld für diese zurückbekommen werden, ist noch nicht klar.

Anders sieht es beim Stand von Piranha Chur und dem Bündner Fussballverband aus: «Wir mussten nach einer Lösung suchen, haben diese aber auch gefunden. Wir werden mit einem Gas-Grill am Churer Fest sein und wie gewohnt unsere Zigeunerspiesse zubereiten», sagt OK-Präsidentin Barbara Guler. Man hoffe, dass die Leute Verständnis zeigen und die beliebten Spiesse trotzdem kaufen.

(dab)


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