Churs kahler Betonklotz war einmal

Von Nina Müller
Seit einer Woche malt der Künstler Bane mit seinem Partner am neuen Motiv des Churer Mühleturmes.
Seit einer Woche malt der Künstler Bane mit seinem Partner am neuen Motiv des Churer Mühleturmes. © FM1Today/NinaMüller
Ein grosser, kahler Turm, viele Farbtöpfe und chillige Hip-Hop Musik: Der Künstler Fabian Florin hat bemalt den Mühleturm in Chur. Mit seinem Partner Pest ist er seit einer Woche vor Ort und verschönert Chur.

Der Mühleturm ist von Weitem zu sehen: ein grauer Betonklotz direkt neben der Autobahn A13. Ein scharfer Kontrast zu den wunderschönen Bergen, die um die älteste Stadt der Schweiz thronen. Nur mit Streichfarbe, Rollpinsel und einer kleinen Gondel ausgestattet, verwandelt der Künstler Bane den Mühleturm in eine Leinwand. Mit einem freundlichen Lächeln begrüsst er mich und auch die vielen Passanten, die vorbeischauen. Immer wieder bleiben Leute stehen und schauen dem Künstler bei der Arbeit zu. «Einige bringen mir auch Kaffee und sonstige Getränke mit», sagt Fabian, der sich als Künstler Bane nennt.

«Ich wusste schon immer, dass ich diesen Turm mal anmalen werde»

Die gute Laune von Bane überrascht nicht: «Ich wusste schon immer, dass ich diesen Turm mal anmalen werde. Als das Telefon von der Stadt kam, war meine Freude dementsprechend gross.» Vor einer Woche konnte er mit seiner Arbeit beginnen. Zwei Monate wird er voraussichtlich für die Vollendung des Kunstwerks brauchen.

Deshalb ist Bane auch ständig in Aktion. Er bespricht mit seinem Partner die Farbmuster und hüpft daraufhin in die kleine Gondel. Nur mit ein paar Sicherheitshacken ist diese an der Spitze des Turms befestigt. Mir wird ein wenig mulmig, als wir mit der wackeligen Gondel immer höher und höher steigen. Bane bleibt völlig gelassen.

Banes grösstes Kunstwerk

Heute ist die Seite, die man von der Autobahn sieht, dran. Dafür steigen wir auf ein kleines Vordach des Turmes. Sobald die Farben fertig zusammengemischt sind, legen die Männer los. «Die grösste Herausforderung ist die riesige Fläche. Das grösste Bild, dass ich zuvor gezeichnet habe, war gerade mal ein Viertel so gross wie der Mühleturm», sagt Bane. Das Konstrukt von Formen und Schatten sei so viel schwieriger einzuschätzen.

Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Bane den Turm bemalt. Das Sujet soll immer wieder neu gemalt werden.

Mit seinem Projekt musste Fabian Florin gegen einige Widerstände kämpfen. Das Grobkonzept stand bereits Ende letztes Jahr und die Stadt Chur war damit einverstanden. Doch das Bundesamt für Strassen (Astra) machte dem Künstler einen Strich durch die Rechnung. Das Astra bewilligte das Bemalen des Turms nicht, da es die Autofahrer ablenken könnte. Der Künstler und die Stadt Chur gaben sich nicht geschlagen. Sie stellten ein Wiedererwägungsgesuch, welches Mitte April bewilligt wurde. Zuerst musste aber noch die Turmfassade geputzt und ein Fassadenlift installiert werden. Seit einer Woche nun kann Bane endlich arbeiten.

 

 


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