Coronavirus

Ausserrhoden schafft «Corona-Nothilfe-Fonds»

Géraldine Bohne, 26. März 2020, 16:24 Uhr
Das Spital Herisau wird in erster Linie zur Betreuung der Coronavirus-Patienten genutzt.
© Tagblatt/Ralph Ribi
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden ist vorbereitet. Über 200 Betten wurden für Coronavirus-Patienten bereitgestellt, 600 freiwillige Helfer können jederzeit zur Unterstützung beigezogen werden. Ein Nothilfe-Fonds hilft Unternehmen bei Härtefällen.

«Ausserrhoden ist mehr als bereit», sagt Franz Bach, Leiter Amt für Gesundheit. Der Kanton habe über 200 Betten für Coronavirus-Patienten freigestellt. Zudem wurde das Spital Herisau als primäres Covid-Spital definiert, bei Bedarf können weitere Spitäler und Klinken aktiviert werden. In Herisau gibt es zurzeit sieben Intensivpflegeplätze, die fortlaufend ausgebaut werden. «Wir haben sehr viel mehr als 200 Betten verfügbar, werden aber nicht sehr viel mehr gleichzeitig betreuen können», sagt Bach. Damit auch die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleistet ist, versuche man, das Spital Heiden möglichst Coronavirus-frei zu halten. Schutzmaterial sei genügen vorhanden.

Nothilfe-Fonds für Härtefälle

Das Departement Bau und Volkswirtschaft wird zusammen mit der Stiftung Wirtschaftsförderung AR, den Appenzell Ausserrhoder Stiftungen sowie dem Industrieverein und dem Gewerbeverband AR ein «Corona-Nothilfe-Fonds» ausarbeiten. Das teilt Daniel Lehmann, Leiter Amt für Wirtschaft und Arbeit mit. Der Fonds soll Unternehmen auffangen, welche durch die Maschen des bundesrätlichen Auffangnetzes fallen. Lehmann sagt, dass allenfalls Taxifahrer von diesem Fonds profitieren könnten. «Taxifahrer erhalten keinen Erwerbsersatz, da sie eigentlich noch immer weiterfahren können und es noch kein Verbot gibt.» Trotzdem seien die Umsatzeinbussen durch fehlende Kundschaft gross. Ob sich der Kanton finanziell am Fonds beteiligt, ist noch ungewiss.

Nebst dem Fonds hat der Regierungsrat weitere Erleichterungen geschaffen. So zum Beispiel die Fristverlängerung für das Einreichen der Steuererklärungen auf den 31. Mai sowie die Fristverlängerung für das Einreichen der Prämienverbilligung auf den 30. April.

Über 600 Freiwillige 

Der Kanton hatte vom 18. bis 23. März freiwillige Helfer zur Verstärkung gesucht. Über 600 Personen hätten sich gemeldet. «Wir spüren eine unglaubliche Solidarität», sagt Marc Rüdin, Leiter Kantonaler Führungsstab. Eine Taskforce werde nun die Helfer einteilen, wobei der Fokus vorerst auf den Personen mit medizinischem Hintergrund liege.

Zu der Verstärkung von Freiwilligen kommt ein Sanitätszug des Militärs dazu. Rund 20 Spital- und Sanitätssoldaten unterstützen zurzeit das Spital Heiden. Ausserdem stehen zwei Rettungsfahrzeuge der Armee rund um die Uhr zum Einsatz bereit. Auch 30 Zivilschützer helfen täglich mit.

72 Drive-in-Tests an einem Tag

Zurzeit gibt es 40 bestätigte Coronavirus-Fälle im Kanton Appenzell Ausserrhoden. «Neun davon sind hospitalisiert und jemand befindet sich auf der Intensivstation», sagt Franz Bach. Es werde momentan sehr restriktiv getestet. Die Zahl der getätigten Tests kann Bach nicht beziffern. Jedoch seien gestern 72 Konsultationen beim Drive-in in Teufen gemeldet worden.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. März 2020 13:54
aktualisiert: 26. März 2020 16:24