Neue Studie

Cannabis: Bestimmte Inhaltsstoffe können vor Covid-Infektionen schützen

13. Januar 2022, 17:32 Uhr
Cannabis ist bekannterweise nicht nur ein Rauschmittel, sondern wird seit Jahrtausenden für verschiedene Zwecke genutzt. Und auch in der Pandemiebekämpfung könnte die vielseitige Pflanze eine wichtige Rolle spielen.
Cannabis-Bestandteile sollen Corona-Infektionen verhindern können.
© getty / Fotomontage FM1Today

Müsste man nur bekifft sein, um sich vor einer Covid-Infektion zu schützen – würde das bei tausenden Schweizerinnen und Schweizer wohl Freudentänze auslösen. Ganz so einfach ist die Schlussfolgerung nicht, die eine neue amerikanische Studie aus Oregon offenbart, doch es geht in diese Richtung.


Forscher der Oregan State University haben herausgefunden, dass gewisse Bestandteile, die in der Cannabispflanze vorkommen, sehr wohl vor einer Covid-Infektion schützen können.

Vereinfacht gesagt, können zwei Cannabigerole an das Spike-Protein des Virus andocken – und damit einen wichtigen Teil des Infektionsprozesses verhindern, genauso wie Covid-Impfungen und Antikörper-Therapien.

Das Virus entschärfen

«Die Verbindung des Spike-Proteins mit den Rezeptoren der menschlichen Zellen ist ein kritischer Schritt des Infektionszyklus'», sagt Studienleiter Richard van Breemen. Wenn sich stattdessen jedoch die Hanfbestandteile mit dem Virus verbinden würden, dann könnten die Viruszellen nicht mehr jene des Menschen infizieren.

Ähnliche Konzepte würden zum Beispiel bei der Behandlung von HIV- und Hepatitispatienten angewandt, schreiben die Studienautoren.

Keine umstrittenen Bestandteile

Getestet wurde die Wirksamkeit bei den Virusvarianten Alpha und Beta. Natürlich sind seither weitere Varianten entstanden, auch bei diesen bestehe allerdings Hoffnung, genauso wie bei zukünftigen Mutationen, schreiben die Forscher.

Die fraglichen Bestandteile seien auch aus rechtlicher Sicht kein Problem – wie es etwa die bekannte psychoaktive Substanz THC ist, welche für den Cannabis-Rausch verantwortlich ist. Sie sollen eher mit CBD zu vergleichen sein.

Die Forscher gehen davon aus, dass man das Virus in Zukunft kombiniert bekämpfen kann: Einerseits durch Impfungen, anderseits durch Medikamente mit den erwähnten Inhaltsstoffen. Die Frage ob einfacher Marihuana-Konsum ausreicht, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, lässt die Studie unbeantwortet. Es ist jedoch nicht davon auszugehen – zudem sind die Bedingungen im Labor erfahrungsgemäss nicht eins zu eins auf die Aussenwelt übertragbar.

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. Januar 2022 07:35
aktualisiert: 18. Januar 2022 07:35
Anzeige