Fragen und Antworten

Das musst du über die Impfkampagne, Mutationen und die Fasnacht wissen

26. Februar 2021, 16:32 Uhr
Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) informiert über die aktuelle Lage.
© KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Nachdem der Bundesrat am Mittwoch erste Lockerungen verkündet hat, nahmen am Freitag die Experten des Bundes Stellung zur aktuellen Lage. Hier gibt es Antworten auf die wichtigen Fragen der Medieninfo.

Wie ist die Lage vor den ersten Lockerungen?

Martin Ackermann, Präsident der Nationalen Covid-Task-Force, sagt, dass sich die Fallzahlen in der Schweiz innerhalb der letzten vier Monate knapp drei Mal halbiert haben. Derzeit würden sie auf dem Niveau des Höchststandes der ersten Welle stagnieren. Berns Kantonsärztin Linda Nartey, Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, spricht von einer «labilen Lage».

Acht Kantone hätten im Moment noch einen R-Wert über 1 – dazu gehören Appenzell Innerhoden, Solothurn, Schaffhausen, Tessin, Waadt, Thurgau, Freiburg und Wallis. Die Anzahl spontaner Tests ist eher rückläufig, die Experten des Bundes würden sich mehr Tests wünschen: Sobald mehr einfach verfügbare und «angenehme» Tests vorhanden seien, werde sich die Pandemie besser handhaben lassen.

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Quelle: CH Media Video Unit

Wie entwickeln sich die Corona-Mutationen?

Der Anteil der Corona-Mutationen beträgt zurzeit rund 60 Prozent und steigt weiter an, wie es von der Taskforce heisst. Es sei davon auszugehen, dass die britische Virusvariante bald die Mehrheit der Coronafälle ausmache, so Martin Ackermann. Er schätzt, dass die britische Mutation rund 50 Prozent ansteckender ist als die die ursprüngliche Virusvariante.

Die Fälle mit Virusvarianten schnellen in die Höhe.

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Es gibt auch positive Nachrichten. Die Entwicklung in den letzten Wochen habe gezeigt, dass die Schweiz in der Lage sei, die Entwicklung der Virusmutationen positiv zu beeinflussen. Die britische Variante hat sich nicht so schnell verbreitet wie von der Taskforce befürchtet. Dies spreche für die Wirksamkeit der Massnahmen und gegen eine zu schnelle Öffnung, sagt Martin Ackermann. Länder wie Grossbritannien und Irland hätten ihre Massnahmen mit dem Aufkommen der neuen Varianten gelockert und einen viel schlechteren Verlauf erlebt.

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Wann kann schneller geimpft werden?

Virginie Masserey, Leiterin der Sektion Infektionskontrolle des Bundesamts für Gesundheit (BAG), rechnet damit, dass im Mai und Juni massiv mehr geimpft werden kann. Im April würden wieder grössere Ladungen Impfstoff erwartet. «Das Ziel, bis im Sommer einen grossen Teil der Bevölkerung impfen zu können, liegt immer noch im Bereich des Möglichen.» Derzeit seien etwa zweieinhalb Prozent der Bevölkerung geimpft.

Wann kommt der neue Impfstoff von Johnson & Johnson in die Schweiz?

Der neue Impfstoff, der nur einmal verabreicht werden muss, gilt als neuer Hoffnungsträger und könnte schon bald in der Schweiz zugelassen werden. Virginie Masserey bestätigt, dass der Bund bereits mit dem Konzern am verhandeln sei. «Wenn die Verträge abgeschlossen sind, werden wir dies kommunizieren.»

Nach dem Fasnachtsumzug in Einsiedeln, zu dem sich über 1000 Menschen versammelten, sind die Fallzahlen in Einsiedeln nicht explodiert. Warum war der Umzug kein Superspreader-Event?

Man wisse nicht, ob die anwesenden Fasnächtler alle aus Einsiedeln kamen oder nicht. Deshalb sei es schwierig, diese Frage zu beantworten. «Vielleicht war es einfach auch nur Glück», sagt Masserey. Martin Ackermann betont: Menschen zu treffen, die man sonst nicht trifft, erhöhe das Risiko einer Übertragung. Dies gelte sowohl für die Fasnacht als auch anderswo.

Inwiefern wird das bessere Wetter einen Einfluss auf die Fallzahlen haben?

Die Taskforce geht davon aus, dass eine höhere Temperatur einen positiven Einfluss auf die Virusübertragung hat, weil sich weniger Menschen in Innenräumen aufhalten. Man rechnet jedoch nicht damit, dass der Einfluss sehr gross ist.

Was sagt die Taskforce zu den geschlossenen Gastro-Terrassen in den Skigebieten?

Virginie Masserey begrüsst diesen Schritt. Es sei besser, wenn sich die Menschen in den Skigebieten überall draussen verteilen, statt an den Tischen. Dort sässen sie näher beisammen und es komme zu Ansammlungen. Dies sei auch fairer gegenüber den anderen Lokalen, die ihre Terrassen nicht öffnen dürfen.

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 26. Februar 2021 16:32
aktualisiert: 26. Februar 2021 16:32