Schutzmassnahme

Das steckt hinter der FFP2-Maske

Dario Brazerol, 15. Januar 2021, 15:01 Uhr
Mit der FFP2-Maske soll man sich selbst besser vor Aerosolen schützen können.
© FM1Today
In Bayern muss die Bevölkerung ab Montag im öffentlichen Verkehr und beim Einkaufen eine FFP2-Maske tragen. Dass diese Maske auch in der Schweiz vermehrt erforderlich wird, ist gemäss BAG nicht ausgeschlossen.

Hygienemasken sind aus dem Alltag fast nicht mehr wegzudenken. Ob im öffentlichen Verkehr oder neu auch am Arbeitsplatz – der Mund-Nasen-Schutz soll unsere Mitmenschen vor Infektionen schützen. Während in der Schweiz hauptsächlich Einweg- oder Stoffmasken getragen werden, geht das deutsche Bundesland Bayern einen Schritt weiter. Beim Einkaufen und im öffentlichen Verkehr müssen ab Montag, 18. Januar, FFP2-Masken getragen werden, welche einer höheren Schutzkategorie entsprechen. Auch in Österreich wird aktuell über eine Ausweitung der Pflicht für das Tragen einer FFP2-Maske diskutiert.

«Tragen kann unangenehm sein»

Und in der Schweiz? «Es gibt Überlegungen, die Masken zu wechseln», sagt Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung im BAG, an einer Pressekonferenz am Donnerstag. «Wir beobachten die Entwicklung in den anderen Ländern. Ich bin mir nicht sicher, inwiefern dies zu einer Reduktion der Übertragung führen kann.» Man müsse sich bewusst sein, dass das Tragen einer FFP2-Maske unangenehmer sei, als bei einer herkömmlichen Hygienemaske. «Bis anhin gibt es keine Erfahrung, was das Tragen einer FFP2-Maske in der Bevölkerung bringen würde.»

FFP-Masken werden in die Kategorien 1 bis 3 eingeteilt. Die Nummer gibt Aufschluss darüber, wie viele Aerosole die Maske filtern kann. So müssen beispielsweise FFP2-Masken 94 Prozent der Testaerosole filtern können. Im Vergleich zu herkömmlichen Hygienemasken wird somit auch der Träger der FFP2-Maske geschützt.

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Quelle: CH Media Video Unit

«Staat müsste diese gratis zur Verfügung stellen»

Was die FFP2-Maske deutlich von der Hygienemaske unterscheidet: der Preis. Für Martina Fehr, Präsidentin des Bündner Apothekenverbands, stellt dies eine Herausforderung dar: «Sollte es in der Schweiz zu einem FFP2-Masken-Obligatorium kommen, müsste der Staat diese eigentlich gratis zur Verfügung stellen.» Unter 2 Franken pro Stück seien diese Masken fast nicht zu haben. «Das könnte einige in finanzielle Schwierigkeiten bringen», sagt Fehr. Dass der Preis ähnlich wie bei den Hygienemasken noch sinken wirkt, wagt die Inhaberin der Churer Steinbock Apotheke zu bezweifeln: «Die Preise bleiben seit relativ langer Zeit stabil.»

Beim Online-Händler Galaxus beispielsweise sind 20 FFP2-Masken für rund 46 Franken zu haben. Auf Safemask.ch und Schutzmasken-Schweiz.ch sind 20 Masken zum regulären Preis von 70 Franken erhältlich. In Apotheken gibt es Fünferpackungen zwischen 10 und 20 Franken zu kaufen.

Dichteres Material und enger anliegend

Ein weiterer Unterschied zu herkömmlichen Masken: Die FFP2 liegt deutlich fester an. Deshalb ist es umso wichtiger, dass diese richtig getragen wird. Die Maske soll - wie auch die Hygienemaske - nicht unter der Nase getragen werden und der Metallbügel soll dem Gesicht angepasst werden. Ausserdem sei das Material der FFP2 deutlich dichter als bei Hygienemasken, sagt Martina Fehr: «Man muss dadurch stärker Atmen. Einige empfinden dies als beengend.»

Anders als Stoffmasken können die FFP2-Masken nicht gewaschen werden und sind für dein einmaligen Gebrauch gedacht. Das deutsche Robert-Koch-Institut schreibt: «FFP2-Masken sollten grundsätzlich nicht mehrfach verwendet werden, da es sich in der Regel um Einmalprodukte handelt.» Ausserdem wird empfohlen, nach und vor dem Aufsetzen der Maske die Hände zu desinfizieren.

«Der Markt ist nicht ausgetrocknet»

Sollte es zu einem FFP2-Masken-Obligatorium kommen, wäre die Schweiz vorbereitet. Dies bestätigen sowohl Martina Fehr als auch Patrick Mathys. Aktuell seien rund 3,2 Millionen FFP2-Masken beim Bund auf Vorrat. Weitere 4 Millionen werden aktuell beschafft. Ausserdem müssen Bund und Kantone die Masken für 40 Tage auf Vorrat haben, sagt Mathys: «Der Markt ist nicht ausgetrocknet.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. Januar 2021 16:03
aktualisiert: 15. Januar 2021 15:01