Konstanz

Deutschland vor dem Lockdown: Kein Ansturm von Einkaufstouristen

14. Dezember 2020, 19:02 Uhr
Das grosse Weihnachtsgedränge im Einkaufsmekka Konstanz fällt dieses Jahr aus.
© Imago
Ab dem kommenden Mittwoch gilt in Deutschland ein sogenannt «harter» Lockdown. Die meisten Geschäfte und Restaurants bleiben geschlossen. Droht zuvor jetzt noch der grosse Sturm von Einkaufstouristen?

Deutschland macht ernst: Ab kommendem Mittwoch bleiben Geschäfte, welche keine Produkte für den täglichen Bedarf anbieten, geschlossen. Ebenso dichtmachen müssen Coiffeurgeschäfte, Kosmetikstudios und dergleichen. Restaurants und Cafés dürfen nur noch Takeaway und Lieferung anbieten. Die Massnahmen gelten vorläufig bis zum 10. Januar.

Für Einkaufstouristen aus der Schweiz bringen die Massnahmen Deutschlands zwar keine Einschränkungen mit sich – ein Grenzübertritt ist weiterhin erlaubt, sofern man nach spätestens 24 Stunden wieder zurück in die Schweiz reist. Allerdings macht der Shopping-Ausflug bei mehrheitlich geschlossenen Geschäften nur noch begrenzt Sinn.

Kommt es nun deshalb bis Mittwoch zu einem Ansturm auf die Konstanzer Einkaufshäuser? Bis jetzt sieht es nicht danach aus. Vergangenen Samstag blieb es in Konstanz jedenfalls vergleichsweise ruhig, wie der Südkurier berichtet. Da war allerdings noch nicht beschlossen, dass die Geschäfte am Mittwoch schliessen würden.

«Behörden haben Ansturm befürchtet»

Aber auch am Montag ist die Situation vergleichsweise ruhig, was der Center-Manager vom Einkaufszentrum Lago, Peter Hermann, gegenüber FM1Today bestätigt: «Nach den Ankündigungen vom Lockdown haben die Behörden befürchtet, dass es in Konstanz zu einem Ansturm kommen könnte. Am Montag zeigt sich, dass die Menschen verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen und nicht kilometerweit anreisen für den Weihnachtseinkauf.»

Am Montag habe es etwa 20 Prozent mehr Besucher als noch vorige Woche, aber niemals auf dem Niveau eines üblichen Vorweihnachtstages. Vorbereitet wäre man jedoch: «Ich habe mich für den Fall der Fälle mit den Securitys abgesprochen. Diese sind personell aufgestockt worden.» Hermann befürchtet jedoch nicht, dass es zu einem überhöhten Besucheraufkommen kommen könnte. Die zusätzlichen Securitys würden die Einkaufsgäste lediglich auf die Sicherheitsbestimmungen und den Mund- und Nasenschutz aufmerksam machen.

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Quelle: tvo

Einkaufstourimus in Kreuzlingen?

Ab Mittwoch, wenn Deutschland im Lockdown ist, könnte sich der Spiess für einmal umdrehen, denn in Kreuzlingen bleiben die Läden geöffnet, jedenfalls für den Moment. Kreuzlingens Stadtpräsident Thomas Niederberger warnt jedoch vor möglichen Auswirkungen: «Ich will nicht darüber spekulieren, ob unsere Nachbarn ihre Weihnachtseinkäufe vermehrt in Kreuzlingen tätigen. Natürlich freue ich mich, wenn unser Gewerbe profitieren kann. Aber in Anbetracht der aktuelle Lage müssen die Gesundheitsrisiken einbezogen und abgewogen werden: die Abstands- und Hygienemassnahmen sind strikt einzuhalten. Mehr Leute bedeutet immer auch mehr Risiko.»

Andreas Haueter vom Gewerbeverband Kreuzlingen schätzt, dass man mit dem «Einkaufstourismus in die andere Richtung» gut umgehen könnte. Momentan ist nicht ausgeschlossen, dass die Situation auch ganz anders kommen könnte, nämlich dann, wenn die Schweiz ihre Massnahmen vom vergangenen Freitag nochmals überarbeitet und ebenfalls die Schliessung der Schweizer Geschäfte verhängt. Eine Sogwirkung von ausländischen Einkaufsgästen wäre dann kein Thema mehr.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Dezember 2020 19:30
aktualisiert: 14. Dezember 2020 19:02