Corona-Lockerungen

Kontaktangabe in Restaurants freiwillig – Risikogruppen dürfen einkaufen gehen

Laurien Gschwend, 8. Mai 2020, 16:38 Uhr
Bundesrat Alain Berset hat wieder Grund zum Lachen.
© Keystone
Kurz vor dem nächsten grossen Lockerungsschritt hat der Bundesrat über die konkreten Verhaltensregeln in Restaurants und neue Empfehlungen für ältere und vorerkrankte Personen informiert.

«Wir kehren zur Normalität zurück. Zu einer neuen Normalität.» Dies sagt Bundesrat Alain Berset am Freitag an einer Medienkonferenz im Hinblick auf den grössten Lockerungsschritt seit dem Coronavirus. Ab Montag dürfen unter anderem die Volksschulen, Beizen, Geschäfte und Sportstätten wieder öffnen. «Wir müssen weiter vorsichtig sein und Contact Tracing gewährleisten können.»

Testphase für Corona-App startet bald

Beim Contact Tracing (Rückverfolgung der Ansteckungsketten) helfen soll die neue App, die von der ETH, der EPFL und vom Bund entwickelt wurde. Sie soll den Nutzern anzeigen, wenn sie sich zu lange in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben. «Nächste Woche werden wir eine Testphase einleiten», sagt Gesundheitsminister Berset. Diese Testphase ist nicht für die Allgemeinheit, sondern eine ausgewählte Gruppe gedacht. «Auch die Hacker-Community wird sich für die App interessieren und versuchen, ein Schlupfloch zu finden», sagt Berset. Durch eine Dezentralisierung der Daten habe man versucht, allfällige Löcher zu stopfen.

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Quelle: CH Media Video Unit

Die Nutzung der App ist freiwillig. Die verwendeten Daten werden nach 21 Tagen gelöscht. Die Bevölkerung kann die App frühestens ab Juni herunterladen, hierfür ist eine Freigabe durch das Parlament nötig.

Datenpreisgabe in der Beiz freiwillig

Auch die Beizenöffnungen wurden an der Medienkonferenz immer wieder thematisiert. Die Verordnung sieht vor, dass pro Tisch maximal vier Personen oder Eltern mit Kindern erlaubt sind und sich zwischen den Tischen Trennwände oder zwei Meter Abstand befinden müssen. Zudem müssen die Wirte die Kontaktdaten ihrer Gäste verlangen, so sieht es das Schutzkonzept des Branchenverbandes vor. Den Gästen ist es allerdings selbst überlassen, ob sie der Forderung nachkommen wollen, wie Bundesrat Alain Berset klarstellt. «Wir setzen hier auf die Eigenverantwortung der Gäste.» Es sei im Interesse des Gastes, zu wissen, ob er sich angesteckt haben könnte, ergänzt Daniel Koch, Delegierter des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) für Covid-19.

«Risikogruppen dürfen Zuhause verlassen»

Sowohl Berset als auch Koch kündigen Lockerungen für Personen aus der Risikogruppe an – also über 65-Jährige und Vorerkrankte. «Natürlich müssen die besonders gefährdeten Personen weiterhin geschützt werden, trotzdem dürfen sie ihr Zuhause verlassen, wenn sie sich an die Hygieneregeln halten und nicht gerade zu Stosszeiten unterwegs sind», sagt Berset.

Man sei dabei, neue Empfehlungen für ältere und vulnerable Personen zu formulieren, so Koch. Risikogruppen dürften in die Läden gehen, aber sich keinen grossen Risiken aussetzen. Anfang nächster Woche sollen die konkreten Empfehlungen kommuniziert werden.

Die Medienkonferenz zum Nachlesen:

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. Mai 2020 13:09
aktualisiert: 8. Mai 2020 16:38