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BAG-Medienkonferenz

«Möglich, dass wir die Schwelle von 1'000 Fällen noch diese Woche überschreiten»

20. Juli 2021, 18:19 Uhr
Die Corona-Fallzahlen haben sich in den letzten zwei Wochen jeweils verdoppelt. Was bedeutet diese Entwicklung? Diese und weitere Fragen haben die Experten des Bundes an der heutigen Medienkonferenz beantwortet.
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Quelle: CH Media Video Unit

Was gibt es zu den stark steigenden Fallzahlen zu sagen?

Die Fallzahlen nehmen insbesondere bei den Jungen stark zu. Gemäss Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), war dies zu erwarten, weil in dieser Altersgruppe viele noch nicht geimpft sind. Zudem ist die Delta-Variante mittlerweile stark verbreitet. Laut Mathys ist es daher möglich, dass bereits diese Woche die Schwelle von 1'000 Fällen wieder überschritten wird.

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Quelle: CH Media Video Unit

Ist dieser Anstieg problematisch?

Das ist insbesondere von der Situation in den Spitälern abhängig. Derzeit seien 70 Prozent der Betten auf den Intensivstationen besetzt, jedoch nur drei Prozent fallen auf Corona-Patienten. Auch die Todesfallzahlen seien auf tiefem Niveau. Würde sich die Situation in den Spitälern verschlechtern, müsste wieder eingegriffen werden. Um die Situation richtig einschätzen zu können, sei es derzeit aber noch zu früh, so Mathys.

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Quelle: CH Media Video Unit

Wie läuft es mit der Impfkampagne?

Knapp vier Millionen Menschen sind in der Schweiz bereits vollständig geimpft. Die Impfnachfrage sei zwar aufgrund der Sommerferien ein wenig zurückgegangen, aber im Grossen und Ganzen nach wie vor vorhanden. Aus Sicht von Samia Hurst, Vizepräsidentin der nationalen Corona-Task-Force, ist es wichtig, dass die Impfungen weiter vorangetrieben werden. Weil Schnelltests nicht zu 100 Prozent sicher seien, bestehe das Risiko, dass sich das Virus durch unentdeckte Positive an Grossanlässen weiterverbreitet.

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Quelle: CH Media Video Unit

Versucht man Impfunwillige zu überzeugen?

Grundsätzlich will man Impfunwillige von der Sinnhaftigkeit der Impfung überzeugen – allerdings lassen sich diese kaum beeinflussen. «Es ist schwierig, Leute zu überzeugen, wenn sie sich nicht informieren lassen wollen», sagt Michael Herrmann. Der Politikwissenschaftler ist Geschäftsführer von Sotomo und hat eine Umfrage zu diesen Themen durchgeführt. Die einzigen Argumente, die gemäss Umfrage von Impfunwilligen in Betracht gezogen werden, sind die Aussicht auf ein normales Leben und uneingeschränktes Reisen.

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Quelle: CH Media Video Unit

Sind weitere Nachteile für Nicht-Impfwillige denkbar?

Angesprochen wurde an der Medienkonferenz auch die Option, nur noch Covid-Zertifikate für Genesene und Geimpfte auszustellen – und nicht mehr für Getestete. Theoretisch sei das eine Möglichkeit, sagen die Experten. Samia Hurst von der Corona-Task-Force ist jedoch der Ansicht: Solange es Ungeimpfte gibt, müsse die Möglichkeit bestehen, dass das Zertifikat auch für Getestete gilt. Es handle sich bei dieser Frage mehr um eine politische als eine wissenschaftliche Frage – deswegen gibt es keine klare Antwort.

Gibt es einen nächsten Öffnungsschritt?

Das ist die Entscheidung des Bundesrats, welcher Mitte August darüber beraten wird. Der Fahrplan sehe zwar offiziell eine Lockerung vor, allerdings sei die aktuelle Situation heikel und müsse genau beobachtet werden. Eine Prognose geben die Expertinnen und Experten deshalb nicht ab.

Sind erneute Einschränkungen möglich?

Es gibt keine einzelnen Indikatoren – wie die Fallzahlen – die bei der Entscheidung über allfällige erneute Einschränkungen entscheidend sind. Die Gesamtsituation sei massgebend, so Mathys. Heisst: Wenn nur die Fallzahlen steigen, aber die Hospitalisierungen weiterhin tief bleiben, sind neuerliche Einschränkungen eher unwahrscheinlich. Sollte sich die Situation in den Spitälern aber ändern, kann es wieder anders aussehen.

(con)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. Juli 2021 17:00
aktualisiert: 20. Juli 2021 18:19