Fragen und Antworten

Mutiertes Virus, Einreise und Lockerungen: Darüber informierte der Bund

2. Februar 2021, 15:31 Uhr
Patrick Mathys, Anne Lévy und Nora Kronig informieren über die Lage.
© Keystone
Das mutierte Virus bereitet sich in der Schweiz immer mehr aus, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) an seiner Medienkonferenz bekanntgab. Hier gibt es Antworten auf die wichtigsten Fragen zur aktuellen Coronalage in der Schweiz.

Wie viele Personen sind bis jetzt in der Schweiz geimpft?

Bis am Dienstag konnten 3,6 Prozent der Schweizer Bevölkerung geimpft werden. Gemäss Anne Lévy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit (BAG), wurde bisher eine halbe Million Impfdosen in die Schweiz geliefert. Die zweite Impfung sei für jene sichergestellt, die bereits eine erste Impfung erhalten haben. In den kommenden Wochen werden weitere Impfdosen erwartet.

Gibt es Lieferengpässe beim Impfstoff?

Lieferengpässe können gemäss BAG in den nächsten Wochen auftreten. Es gibt aber Kantone, die einen Teil ihrer Impfdosen abtreten und anderen Kantonen aushelfen. Zwei Kantone (Bern und Luzern) würden derzeit einen Teil ihrer Dosen abtreten und acht anderen Kantonen abgeben (Appenzell Ausserrhoden, Glarus, Nidwalden, Obwalden, Schaffhausen, Tessin und Zug). Ansonsten könnten, gemäss den kantonalen Gesundheitsdirektoren, die Impfschemen nicht eingehalten werden.

Wie entwickeln sich die Virus-Mutationen in der Schweiz?

Patrick Mathys, Leiter der Sektion Krisenbewältigung des BAG, spricht von 2722 Fällen der mutierten Varianten in der Schweiz. 1111 davon können dem Virus aus Grossbritannien zugewiesen werden, 57 der Variante aus Südafrika und rund 1500 konnten nicht zugewiesen werden. Im Bezug auf die mutierten Varianten werde jede Woche eine Verdoppelung der Fälle festgestellt. Gemäss Mathys werde das mutierte Virus im März die dominierende Variante sein.

Welche Auswirkungen hat das mutierte Coronavirus?

Da das Ansteckungsrisiko des mutierten Virus, gemäss diverser Studien, wesentlich höher ist, als bei der bereits bekannten Virusform, ist jüngst der Reproduktionswert (R-Wert) wieder leicht angestiegen und liegt bei fast einem Prozent – das heisst, eine infizierte Person steckt im Schnitt eine weitere Person an. Da die Experten davon ausgehen, dass die Übertragbarkeit der neuen Varianten um 50 Prozent höher ist als beim normalen Coronavirus, müsste der R-Wert aktuell unter 0,6 liegen.

Nachbarländer wie Österreich haben die Corona-Massnahmen gelockert – wann sind Lockerungen in der Schweiz möglich?

Die Antwort auf diese Frage von BAG-Direktorin Anne Lévy ist kurz: «Dafür müssen die Zahlen noch deutlich herunterkommen.» Patrick Mathys ergänzt: Für Lockerungen gebe es bisher noch keinen Grund. Es sei auch noch zu früh, um zu sagen, ob die Massnahmen Ende Februar verlängert werden.

Konnten durch die Ladenschliessungen Ansteckungen verhindert werden?

Die Bilanz zu den Ladenschliessungen sei sehr gut, heisst es vom BAG: Die Fallzahlen allgemein hätten in der Zeit des Shutdowns abgenommen. Einzige Sorge der Experten: Die neuen Virusvarianten, die sich aktuell stark verbreiten.

Was ändert sich an den Grenzen?

Ab dem 8. Februar müssen Personen, die in die Schweiz einreisen, ein Einreiseformular ausfüllen. Dieses Formular kann online ausgefüllt werden und gilt beispielsweise nicht für Pendler.

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Quelle: CH Media Video Unit

Wie geht es in den Schulen weiter?

Wie in den Schulen weitergefahren wird, sei aktuell noch unklar. Wird in den Schulen eingegriffen, hat das, gemäss Experten des Bundes, grosse Auswirkungen auf die Gesellschaft. Wie Karen Peier, stellvertretende Leiterin des St.Galler Kantonsarztamts, auf Anfrage von FM1Today sagte, werde erst in den Fernunterricht gewechselt, wenn ein Ausbruch in mehreren Klassen nachgewiesen würde – und diese Ansteckungen miteinander verlinkt werden könnten.

Wie sieht die Situation in den Spitälern aus?

In den Spitälern seien immer noch 70 Prozent der Intensivbetten belegt – 29 Prozent davon durch Covid-Patienten. Die Situation habe sich noch nicht erholt, sagt Mathys. Bisher mussten übrigens bereits 20'000 nicht dringende Operationen in den Spitälern aufgeschoben werden.

Wird das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen?

Nein. Patrick Mathys vom BAG sagt, dass es keine wissenschaftliche Evidenz für den besseren Schutz durch FFP2-Masken für die breite Bevölkerung gebe. Deshalb werde das Tragen im Alltag und auch in Schulen nicht empfohlen, in gewissen Situationen, etwa in Spitälern, jedoch schon.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. Februar 2021 14:42
aktualisiert: 2. Februar 2021 15:31