Point de Presse

Schweizweite Impfung der Risikogruppen ab 4. Januar

19. Dezember 2020, 15:38 Uhr
Ab dem 4. Januar wird die erste Risikogruppe in der Schweiz geimpft. (Smybolbild)
© Keystone
Swissmedic hat die Zulassung für den Impfstoff von Pfizer und Biontech erteilt. Der Bund hat heute Nachmittag in der Medienkonferenz über das weitere Vorgehen informiert. Der Ticker zum Nachlesen.

(agl) Die erste Impfstoff-Lieferung umfasst rund 100'000 Dosen, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag an einer Medienkonferenz mitteilte. Danach sollen jeden Monat weitere, grössere Lieferungen folgen wie BAG-Direktorin Anne Lévy ausführte. Erste Impfungen bei besonders gefährdeten Personen in begleiteten Settings sollen noch im Dezember gemacht werden, wie das BAG in einer Mitteilung schreibt. Ab dem 4. Januar könne dann schweizweit mit den Impfungen gemäss der Impfstrategie begonnen werden.

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Quelle: CH Media Video Unit

In den Kantonen werden derzeit Impfzentren eingerichtet und mobile Equipen aufgestellt. Die Impflogistik müsse sich jedoch zunächst einspielen und bewähren, sagte Michael Jordi, Generalsekretär der Gesundheitsdirektorenkonferenz. Er wies darauf hin, dass in den Kantonen noch nicht alles von Beginn an rund laufen werde. «Wir werden am Anfang mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.» Er sei aber überzeugt, dass diese überwunden werden können.

Michael Jordi: «Wir wurden vom Tempo der Zulassung überrascht»

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Schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle vermeiden

Die Verteilung der Impfungen an die Kantone läuft über die Armeeapotheke. Diese lagert die Impfdosen in geschützten Anlagen bei minus 70 Grad und verteilt sie von dort aus an die Kantone. Danach kann der Impfstoff für maximal fünf Tage bei 2 bis 8 Grad gelagert werden. «Unsere Lager sind derart vorbereitet, dass wir grosse Mengen an Impfdosen aufnehmen können», versicherte Dan Aeschbach, Chef der Armeeapotheke. Auch die Sicherheit sei beim Transport und der Lagerung sichergestellt.

In der Impfstrategie des Bundes haben Risikogruppen, also ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, Priorität. Danach folgen das Gesundheitspersonal und Personen, die mit besonders gefährdeten Menschen zusammenleben. «Das Ziel muss sein, besonders schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu vermeiden sowie die Angestellten im Gesundheitssystem zu schützen», so die BAG-Direktorin. Kinder und Schwangere werden derweil noch nicht geimpft. Zu ihnen liegen aus den klinischen Impfstudien noch nicht genügend Daten vor.

Die Schutzmassnahmen müssen derweil weiter eingehalten werden, so Lévy. Es sei zurzeit nicht klar, ob geimpfte Personen noch ansteckend sind oder nicht. Da die Gefahr bestehe, dass sich das Virus weiter ausbreite, würde auch für Geimpfte die Quarantäneregelung vorerst aufrechterhalten.

Nach der Impfung kann es zu Übelkeit oder Muskelschmerzen kommen

Die Heilmittelbehörde Swissmedic gab am Samstag die Zulassung des Impfstoffs von Pfizer/Biontech mit dem Namen Comirnaty bekannt. Die Wirksamkeit beträgt gemäss den Analysen der Behörde sieben Tage nach der zweiten Dosis rund 90 Prozent. Wie Claus Bolte, Leiter des Bereichs Zulassung an einer Medienkonferenz erklärte, wurden im Rahmen der klinischen Studien über 43'000 Menschen geimpft. 46 Prozent von ihnen hätten unter Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma gelitten.

Nach der Impfung spüre man, dass im Körper eine Abwehr aufgebaut werde, führte Bolte weiter aus. Es könne zu Unwohlsein, Muskelschmerzen, Müdigkeit und Übelkeit kommen, sowie zu Reizungen und Schmerzen an der Einstichstelle im Oberarm. Der Bund will bei den Impfungen auf transparente und verständliche Informationen setzen, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Ab nächster Woche soll eine Impf-Hotline für Fragen der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Der Ticker zum Nachlesen

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 19. Dezember 2020 13:58
aktualisiert: 19. Dezember 2020 15:38