Neue Regeln

St.Gallen schliesst Skigebiete ++ Zwei Wochen Fernunterricht für Sek II

19. Dezember 2020, 15:12 Uhr
Der St.Galler Regierungspräsident Bruno Damann an einer Medienkonferenz am 15. Dezember 2020.
© Tagblatt
Wie angekündigt schliesst der Kanton St.Gallen per 22. Dezember die Skigebiete. Mit Ausnahme der Sekundarstufe II bleibt der Präsenzunterricht bestehen. Hier gibt's die Medienkonferenz vom Samstag zum Nachlesen.

Regierungspräsident und Gesundheitschef Bruno Damann (CVP) stellte am Samstag vor den Medien fest, die Lage sei weiterhin sehr ernst. Die Ansteckungszahlen befänden sich auf hohem Niveau, die Belegung der Intensivstationen durch Covid-19-Patientinnen und -Patienten steige leicht an.

Die St. Galler Regierung habe deshalb am Samstag verschiedene Massnahmen beschlossen. Eine davon: Die Skigebiete werden ab dem 22. Dezember geschlossen. «Wir erfüllen die Bedingungen des Bundes dafür nicht», stellte Damann fest. So liege der Reproduktionswert (R-Wert) deutlich über 1.

Er sei sich bewusst, dass dieser Entscheid für die Skigebiete hart sei, erklärte der Gesundheitschef. Die Ansteckungen seien dabei nicht das Hauptproblem. Bei der Massnahme gehe es vor allem um die Unfälle und um die Kapazitäten der Intensivstationen. So seien momentan die Anästhesisten wegen Covid-19 voll beansprucht.

Damit dürfen die Skiliftbetriebe im Kanton St. Gallen ab kommenden Dienstag keine Gäste mehr transportieren. Dies betrifft auch Tourenfahrer, Winterwanderer und Schlittler. Die Regierung könne bei einer positiven Entwicklung die Betriebserlaubnis auch kurzfristig wieder erteilen, kündigte Damann an.

Fernunterricht für Sekundarstufe II

Als zweite wichtige Massnahme der St. Galler Regierung müssen die Berufsfach- und die Mittelschulen nach den Ferien für zwei Wochen auf Fernunterricht umstellen. Nach intensiven familiären Kontakten während der Weihnachtszeit sollten die Ansteckungen nicht in die Schulhäuser getragen werden, begründete dies Bildungschef Stefan Kölliker (SVP). Man wolle nicht zur Ursache der Gefährdung der Gesellschaft werden.

Man unterscheide dabei zwischen der obligatorischen und der nicht-obligatorischen Schule. Das Ansteckungsrisiko verändere sich, je älter die Schülerinnen und Schüler werden. Jugendlich seien ebenfalls Verbreiter, so Kölliker. Deshalb beschränke sich die Massnahme auf die Sekundarstufe II.

Anpassungen bei Härtefallmassnahmen

Weiter gab es am Samstag Informationen zur Umsetzung der Härtefallregelungen. Der St. Galler Regierungsrat Beat Tinner, Vorsteher des Volkswirtschaftsdepartements, hatte sich am vergangenen Donnerstag mit den Arbeitgeberverbänden und den Sozialpartnern ausgetauscht.

Dabei seien die Härtefallmassnahmen intensiv diskutiert worden, teilte der Kanton mit. Ab dem 4. Januar können Betriebe aus verschiedenen Branchen finanzielle Hilfe wegen der Coronakrise beantragen. In einer ersten Phase stehen dafür 22,6 Millionen Franken zur Verfügung.

Die Verbände forderten am Donnerstag Nachbesserungen bei der kantonalen Umsetzung. Die Hürden in der Verordnung sollten herabgesetzt werden. Verlangt wurde unter anderem eine Reduktion der Mindestumsatzregel pro Betrieb von 100'000 auf 50'000 Franken. Ausserdem stiess die Mindestgrösse von 300 Stellenprozent auf Kritik, weil damit viele Kleinbetriebe, vor allem in der Gastronomie, wegfallen würden.

Die Regierung hat an der ausserordentlichen Sitzung vom Samstag auch über dieses Thema diskutiert. Anfang Januar werde es Anpassungen geben, kündigt sie an. Diese betreffen insbesondere das finanzielle Ausmass der Hilfen sowie eine Reduktion der Mindestgrössen an Vollzeitstellen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 19. Dezember 2020 12:12
aktualisiert: 19. Dezember 2020 15:12