St.Gallen

«Unangenehm, aber wichtig» – der erste Tag mit Maskenpflicht im ÖV

Dario Brazerol, 6. Juli 2020, 15:21 Uhr
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Quelle: FM1Today

Seit Montag gilt im öffentlichen Verkehr die allgemeine Maskenpflicht. Die Pendler am Bahnhof St.Gallen sind froh darüber, auch wenn der Tragekomfort zu wünschen übrig lässt.

Sieben Uhr morgens am Bahnhof St.Gallen. Langsam kehrt Leben in die Stadt ein. Trotz Ferienzeit bringen die Züge und Busse zahlreiche Pendler zur Arbeit. In das eigentlich gewohnte Bild hat sich an diesem Montag aber eine neue Komponente eingefügt: die Schutzmaske. Fast alle tragen sie auch noch nach dem Verlassen des ÖV. Die ehemalige Trage-Empfehlung wurde zur Pflicht und nun langsam zur Gewohnheit.

«Müssen uns daran erinnern, dass wir in einer Pandemie stecken»

«Ich habe kein Problem damit, die Maske zu tragen», sagt Benita aus Weinfelden. «Vor heute haben die Leute im Zug überhaupt keine Rücksicht genommen. Darum finde ich die Maskenpflicht nicht verkehrt.» Auch Merla aus Winterthur befürwortet die Maskenpflicht: «Es ist Zeit, dass wir uns daran erinnern, dass wir noch immer in einer Pandemie stecken. Besonders angenehm ist es nicht. Das muss man jetzt einfach in Kauf nehmen.»

«90 Prozent haben eine Maske getragen»

Doch am ersten Tag der Maskenpflicht habe es doch noch einige wenige gegeben, die auf die Maske verzichtet hätten, sagt Dario aus St.Gallen: «90 Prozent der Leute haben eine getragen. Ein paar haben sie wohl vergessen. Die Kondukteure haben sie dann darauf hingewiesen.»

«Habe schon 40 Masken verteilt»

All jenen, die ihre Maske vergessen haben, möchte Martin aus Steinach unter die Arme greifen. Den ganzen Morgen verteilt er Masken, welche er aus der eigenen Tasche bezahlt hat. «Ich war bisher in fünf Bussen und habe schon 40 meiner 100 Masken verteilt. Ich arbeite selbst mit älteren Menschen zusammen und es ist mir wichtig, dass diese geschützt sind.»

Martin Grontzki aus Steinach

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«Es gibt Leute, die sich jetzt sicherer fühlen»

Auch bei den Verkehrsbetrieben St.Gallen (VBSG) musste man sich auf die neue Situation einstellen. Angst, dass nun mehr Leute den öffentlichen Verkehr meiden werden, hat VBSG-Unternehmensleiter Ralf Eigenmann nicht: «Ich gehe davon aus, dass es sich die Waage halten wird. Es gibt auch Leute, die erst jetzt wieder Bus fahren, weil sie sich sicherer fühlen.» Ob die Maskenpflicht eingehalten wird, werde nicht von den Busfahrerinnen und -fahrern kontrolliert. «Wir werden keine Polizeifunktionen übernehmen. Allerdings werden die Personen, welche die Fahrausweiskontrollen durchführen, darauf aufmerksam machen, wenn jemand keine Maske trägt.»

Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter Verkehrsbetriebe St.Gallen

© FM1Today

Wie lange die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr aufrecht erhalten wird, ist aktuell noch nicht klar. Die Bereitschaft, eine solche zu tragen, ist – zumindest am ersten Tag – spürbar.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Juli 2020 15:15
aktualisiert: 6. Juli 2020 15:21