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Coronavirus

«Wir haben überdurchschnittlich viele Tote in Altersheimen»

24. November 2020, 17:02 Uhr
Die St.Galler Regierung und Fachleute informierten am Dienstag über die aktuelle Lage in der Coronakrise. Vor allem in Altersheimen sei die Situation prekär – ausserdem sprach die Kantonsärztin über Masken bei Kindern.
Gesundheitschef Bruno Damann: «In Altersheimen kann sich das Coronavirus besonders schnell ausbreiten.»
© Tagblatt

«Die Spitäler sind noch immer stark ausgelastet», sagte die St.Galler Kantonsärztin Danuta Zemp: «Wir haben aktuell 29 Patienten auf den Intensivstationen – davon müssen 20 Patienten beatmet werden.»

Viele Tote Anfang November

Vor allem Anfang November habe es eine hohe Todesfallrate gegeben. «Allein in der Woche vom 8. November starben 60 Personen.» Die Hälfte aller Todesfälle, die es seit Ausbruch der Pandemie gab, seien auf Heimbewohner zurückzuführen.

Auch Regierungpräsident Bruno Damann betont: «Wir haben eine überdurchschnittlich hohe Todesfallrate in den Heimen.» In Heimen würde sich das Coronavirus sehr schnell ausbreiten.

Masken für Kinder nicht gefährlich

Danuta Zemp kam erneut auf das Thema Kinder und Masken zu sprechen: «Masken sind in der aktuellen Epidemie ab dem 12. Lebensjahr empfohlen.» Die Kantonsärztin betont, dass das Tragen von chirurgischen Masken unbedenklich ist und nicht dazu beiträgt, dass die Kinder zu wenig Sauerstoff oder zu viel CO2 einatmen. Immer wieder erhalte sie Anfragen von besorgten Eltern.

Zum Thema Impfen könne Danuta Zemp noch nicht viel sagen, ausser dass die Kantone derzeit beschäftigt sind, die Impftransporte und Logistik vorzubereiten. Wann der Impfstoff komme, sei aber noch unklar.

Härtefallregelung ab Dezember

Volkswirtschaftsdirektor Beat Tinner (FDP) kündigte die Umsetzung des Härtefallprogramms an. Die rechtlichen Grundlagen für die Umsetzung auf kantonaler Ebene würden vorbereitet und sollten auf Dezember 2020 in Kraft treten. Erst danach könnten Anträge gestellt werden.

Um möglichst schnell Unterstützung zu bieten, setze die Regierung auf Dringlichkeitsrecht. Das Parlament werde die Regelungen dann in der Februarsession 2021 behandeln. Dieses Vorgehen sei mit den Parteispitzen abgesprochen, so Tinner.

Darlehen oder à-fonds-perdu-Beiträge wird es etwa für Gastro-und Hotelbetriebe, für Dienstleister aus der Reisebranche, für Marktfahrer und Schausteller, aber auch für Tierparks oder für die Event- und Veranstaltungsbranche geben. Die Vergabe soll in der Regel über die Hausbank laufen. In einem ersten Paket stehen 22 Millionen Franken zur Verfügung. Es würde nur Unternehmen unterstützt, die überlebensfähig seien, betonte der Regierungsrat.

Der Liveticker zum Nachlesen:

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. November 2020 13:56
aktualisiert: 24. November 2020 17:02